Max Mosley ist ein viel beschäftigter Mann: Als Präsident des Automobilweltverbandes FIA zeichnet er nicht nur für die Straßensicherheit und den Motorsport im Allgemeinen verantwortlich, sondern auch für die Geschicke der Königsklasse des Motorsports.

Baustellen gibt es in der Formel 1 genügend: Die Rennen sind langweilige Prozessionen ohne Überholmanöver, die Kosten explodieren, die Autos werden immer schneller, die Flügel immer flexibler, die Zukunft steht auf des Messers Schneide, die Regeln sind noch lange nicht fix und es gibt noch viel mehr zu tun...

Dennoch findet Max in seiner Kolumne im F1 Racing Magazine genügend Zeit, um über Dinge zu spekulieren, "die es niemals durch die demokratischen Wege der FIA" schaffen würden. Gemeint ist jene radikale Fahrertausch-Idee, die Mosley schon 2002 publik machte.

"Nehmen wir an, dass es 12 Teams und 18 Rennen gibt", schreibt er. "Jeder Fahrer würde jedes Auto einmal fahren. Nach den ersten 12 Rennen hätten also alle 24 Fahrer jedes Auto eines jeden Teams einmal gefahren." Der Führende würde nun seine sechs Autos für die ausstehenden sechs Rennen nominieren. Danach käme der Zweiter und so weiter...

"Die Reihenfolge, in welcher die Fahrer die Autos benutzen, würde per Los entschieden. Die WM-Punkte würden wie heute vergeben", so Mosley weiter. "Es wäre faszinierend zu sehen, wie Michael Schumacher in einem McLaren oder STR sitzt oder Kimi Räikkönen in einem Renault oder Midland. Ganz zu schweigen von den aktuellen STR, Midland oder Aguri Fahrern in einem der Top-Autos. Jedes Rennen würde eine neue Kombination bringen."

Trotz all seines Enthusiasmus, weiß Mosley jedoch, dass "viele" seine Idee als "nicht umsetzbar oder sogar ziemlich verrückt" ansehen. "Ich gehe nicht davon aus, dass es jemals so kommen wird. Aber es ist nur eine von vielen Sachen, die ich machen würde, wenn ich es könnte..."