Es sind nur noch sechs Wochen bis das Reglement für die Formel 1-Weltmeisterschaft ab 2008 abgeschlossen sein muss und die Spannungen zwischen den Herstellern und der FIA nehmen kein Ende. Wie bereits berichtet, hatten sich bei einer Abstimmung in der Sporting Woking Group (SWG) acht von zwölf Teams gegen das Einfrieren der Motorenweiterentwicklung ab 2008 ausgesprochen. Aufgrund dieser Mehrheitsentscheidung war man bereits davon ausgegangen, dass dieser Teil des neuen Reglements somit auch unwirksam werde.
Wie Autosport berichtet, kam heute für die acht Teams jedoch das böse Erwachen, denn in einem Fax teilte FIA Präsident Max Mosley ihnen mit, dass die Motorsportbehörde nicht bereit sei, in diesem Punkt irgendwelche Zugeständnisse zu machen. Mosley besteht darauf, dass dieser Punkt, der ursprünglich schon 2005 von Renault vorgeschlagen wurde um die Kosten zu senken, unabänderlich ist und jeder, der sich für 2008 eingeschrieben habe, davon gewusst hätte.
"Die Formel 1 Weltmeisterschaft 2008 ist eine Meisterschaft für Autos mit homologierten Motoren," schrieb Mosley in dem Fax. "Der Zweck dieser Homologierung ist es, die Kosten der Motorenentwicklung drastisch zu reduzieren und eine inakzeptable Eskalation der Leistung zu verhindern." Weiter hieß es: "Mit der Einschreibung für eine Meisterschaft akzeptiert ein Team die Regeln so, wie sie gedruckt sind und, ebenso wichtig, kann es sich bei seiner Entscheidung für oder gegen eine Teilnahme auch darauf verlassen." Deshalb könne es auch keine Diskussionen darüber geben, ob man diesen Punkt aus dem neuen Reglement streichen könne oder "irgendeine andere Änderung am Reglement für 2008 vorzunehmen, die die Budgets der Teams wieder erhöhen würde, die zugestimmt haben, teilzunehmen."
In seinem Fax machte Mosley weiter deutlich, dass er die Abstimmung, die eine Änderung in letzter Minute herbeiführen wollte, nicht anerkennt, sondern lediglich kleine Änderungen im sportlichen Reglement akzeptieren werde. Die Teams können noch bis zum 30. Juni die vorgeschlagenen Regeln ändern, trotzdem müssen diese Änderungen aber auch von der Formel 1-Kommission und der obersten Motorsportbehörde abgesegnet werden.
"Ein Fine-Tuning des sportlichen Reglements ist durch eine Abstimmung mit einfacher Mehrheit möglich, solange dies vor dem 30. Juni 2006 geschieht und in Übereinstimmung mit den bekannten Regeln steht. Danach können Veränderungen am Design der Autos nur noch durch ein einstimmiges Abstimmungsergebnis als Änderungen des technischen Reglements für 2008 herbeigeführt werden."
Mangels eines besseren Vorschlags zur Homologierung der Motoren bliebe die Weiterentwicklung der Aggregate für drei Jahre eingefroren. "Wenn die erhoffte Senkung der Kosten dadurch erfolgt, ist es naheliegend, dass diese dann auch 2011 und danach weiter bestehen wird." Kleine Modifikationen an der Regel seien aber durchaus möglich, wenn die Erfahrung zeige, dass eine Notwendigkeit dafür bestehe.
Als Abschluß fügte Mosley in seinem Fax noch hinzu, dass die FIA immer gewillt sei, konstruktive Verbesserungsvorschläge anzuhören, sei es zur Homologierung der Motoren oder auch zu anderen Themen, solange die Budgets der Teams dadurch nicht in die Höhe getrieben werden, die Sicherheit nicht gefährdet werde und der nötige Zeitrahmen eingehalten werde.

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