Nach einer wohl etwas unruhigen Nacht ist Prodrive-Chef David Richards heute sicher ein großer Stein vom Herzen gefallen nachdem er erfahren hat, dass sein Team den begehrten zwölften Platz in der Starterliste der Formel 1 für 2008 bekommen hat. "Wir haben World Rally Championships, British Touring Car Titel und die GT1 Klasse in Le Mans gewonnen," sagte Richards zu Autosport, "und haben schon seit einiger Zeit gesagt, dass wir mit unserem Prodrive Team auch in der Formel 1 erfolgreich sein wollen. Jetzt sind wir dem schon einen Schritt nähergekommen."
"Wir sind zuversichtlich, dass die neuen Regeln Prodrive nicht nur die Möglichkeit geben, konkurrenzfähig zu sein, sondern auch, dass sie die Formel 1 interessanter machen und auch unterhaltsamer für die Zuschauer," so der Brite weiter. Richards und einige seiner Teammitglieder sind durch ihre Erfahrungen bei Benetton und BAR auch keine Neulinge in der Formel 1, aber der 53-jährige macht sich keine Illusionen, dass es einfach werden wird, die nötigen finanziellen Mittel zu finden und rechtzeitig fertig zu werden.
"Das ist jetzt erst der Anfang," gibt Richards zu. "Wir haben weniger als zwei Jahre um ein Team aufzubauen und zwei konkurrenzfähige Autos an den Start des ersten Rennens der Saison 2008 zu stellen." Das sei eine enorme Aufgabe und er unterschätze keineswegs das Fachwissen und die Erfahrung der etablierten Teams. Aber, "Prodrive hat mehr als zwanzig Jahre Erfahrung im Motorsport und wir freuen uns alle über diese Herausforderung."
FIA-Präsident Max Mosley sagte heute, dass die Erfahrung Richards' und seine Verdienste im Motorsport ein Schlüsselfaktor gewesen seien, Prodrive als zwölftes Team in der Königsklasse zuzulassen. "Prodrive hat die beste Kombination aus finanziellem Hintergrund, technischem Potential und Erfahrung im Motorsport und sie sind sind der FIA durch ihren Einsatz in der Rally-WM gut bekannt, " so Mosley. Außerdem habe ja auch der Chef, David Richards, bereits umfangreiche Formel 1-Erfahrung als Teamchef und deshalb bestens geeignet.
Prodrive wird seine Vorbereitungen für die Formel 1 vorerst in der Zentrale in Banbury vorantreiben. Sobald die Querelen mit den Anwohnern um den Bau einer neuen Fabrik am Honiley Aerodrome bei Warwick beigelegt sind, plant man jedoch umzuziehen. Die Bauarbeiten am neuen Hauptquartier sollen Ende diesen, Anfang nächsten Jahres beginnen und erste Verhandlungen mit Cosworth als Motorenpartner sind auch bereits getätigt.

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