Fernando, dein Saisonstart hätte kaum besser verlaufen können...

Fernando Alonso: Ja, es ging wirklich fantastisch los. Der Renault R26 funktioniert tadellos, wir hatten keine mechanischen Probleme. Es ist immer wichtig, in den ersten Rennen viele Punkte zu sammeln. Wir wissen, dass Renault im Moment das Team ist, das es zu schlagen gilt - wir sind der Maßstab für die anderen. Über diese Position bin ich sehr glücklich und ziehe daraus Selbstvertrauen für die kommenden Rennen.

Wie erklärt sich dieser momentane Vorteil?

Fernando Alonso: Das gesamte Paket ist stark. Der R26 weist keine Schwächen auf, du spürst, wie gut alles miteinander harmoniert. Die Fahrbarkeit der Autos zählt in dieser Saison vielleicht zu den entscheidenden Punkten. Und was die Zuverlässigkeit angeht, drücken wir die Daumen, dass wir unseren hohen Standard weiter halten können.

Du hast im März gesagt, es gäbe vier Teams, die um die Spitze kämpfen. Gilt das immer noch?

Fernando Alonso: Ja, wir haben in dieser Saison sehr starke Gegner. Ferrari, McLaren und Honda sind alle gut genug für Rennsiege, und wir müssen weiterhin hart arbeiten, um sie zu schlagen.

Was hältst du dabei für den wichtigsten Punkt?

Fernando Alonso: Die Weiterentwicklung des Autos. Wir wissen, dass jenes Team, das sein Auto am effizientesten weiterentwickelt und auch zum Saisonfinale schnell sein wird, wahrscheinlich Weltmeister wird. Auch die Fahrer spielen eine Rolle: Wir müssen den Ingenieuren vorgeben, was sie am Auto verbessern sollen - genau das tun wir im Moment.

In Imola hast du vor einem Jahr einen ganz besonderen Sieg gefeiert...

Fernando Alonso: Ja, dieses Rennen wurde zum meistdiskutierten Sieg meiner bisherigen Karriere. Für mich war es ein Sieg wie jeder andere - genauso besonders. Aber wenn du Michael Schumacher im direkten Zweikampf besiegst, bauschen die Medien das immer besonders auf. Ich habe die letzten Rennrunden genossen. Es war wichtig, diesen Sieg bei einem Schlüsselrennen zu erringen. Aber wenn ich diesen Erfolg jetzt wiederholen und meinen WM-Vorsprung ausbauen kann, wäre das noch besser.

Imola ist keine einfache Strecke...

Fernando Alonso: Die ständigen Schikanen mit ihren Kerbs machen es für uns Fahrer schwierig, immer dieselbe Linie zu treffen, weil das Auto so stark springt. Jede Runde fühlt sich etwas anders an. Das Rennen ist körperlich anstrengend, aber vor allem beansprucht diese Strecke die Autos. Die harten Schläge beim Überfahren der Kerbs klopfen es geradezu weich. Es ist nicht einfach, hier ins Ziel zu kommen.

Du hast gesagt, Renault sei das Team, das es zu schlagen gilt. Wen siehst du als härtesten Gegner?

Fernando Alonso: Ferrari und McLaren dürften in Imola zu den Stärksten gehören. Ferrari sah in den beiden vorherigen Rennen nicht gut aus, aber ich rechne mit einem Comeback. Ihre Reifen funktionieren in Imola gut, und bei einem Heimrennen muss man Ferrari immer auf der Rechnung haben. Ich glaube, sie werden hier sehr schnell sein.