Ob Heckflügel, die sich verbiegen oder Frontflügel, die sich verdrehen, irgendwie scheinen die Teams dieses Jahr jede nur denkbare Lücke im Reglement zu nutzen, um ihre Autos schneller zu machen als es die FIA erlaubt. Nach eindeutigen Fernsehbildern aus Sepang die einem Millionenpublikum offenbarten, dass die Frontflügel am Ferrari sehr "nachgiebig" sind, soll die FIA nun schärfe Tests einführen um der Affäre endgültig ein Ende zu setzen. Das berichten unsere Kollegen von Autosport. Vorläufig mussten erst einmal Ferrari, McLaren und BMW-Sauber für Australien neue Flügel an ihre Autos montieren und die FIA ist nun angeblich zufrieden, dass kein Team mehr mit den flexiblen Aerodynamik-Teilen unterwegs ist. Trotzdem will die oberste Motorsportbehörde ihre Testmethoden aber ausbauen, denn unter dem Druck des Fahrwindes reagieren die Flügel eben anders als bei einem Auto, das stillsteht.
Bisher prüft die FIA die Flexibilität der Flügel nur mit Gewichten an bestimmten Punkten der Flügel, unter denen sich die Aerodynamik-Teile nur bis zu einem gewissen Grad verbiegen dürfen. Beim nächsten Treffen der Formel 1 Technical Working Group (TWG) sollen die technischen Direktoren nun eine allgemeinere Regelung ausarbeiten, wie zum Beispiel, dass die Teams zusätzliche Teilen an den Außenkanten der Flügel anbringen müssen, die garantieren, dass sich nichts mehr verbiegen kann.
Hondas Technischer Direktor Geoff Willis unterstützt diese Idee und glaubt, dass solche zusätzlichen Teile an den Flügeln so genannte Flexi-Wings in Zukunft verhindern würden. "Wenn man das oberste Heckflügelelement betrachtet, dann sieht man, dass die Hauptfortschritte der letzten Jahre waren, dass sich der Abstand zwischen den Flaps entweder öffnet oder schließt," erklärt der Brite. "Wenn man aber ein Design hätte, bei dem man eindeutig sehen kann, dass es sich nicht verändert, mit einem zentralen Verbindungsstück und verbundenen Querelementen, dann wird es leicht zu sagen, dass es legal ist."
Toyotas Technischer Direktor Mike Gascoyne denkt, dass es bisher einfach keinen Grund gab, schärfere Tests durchzuführen da die FIA sowieso alles überprüfen darf, was sie will um sicherzustellen, dass die Teams innerhalb der Reglements operieren. Er deutete an, dass der technische Delegierte der FIA, Charly Whiting schon längst härtere Maßnahmen hätte anschlagen können, er sei einfach sehr tolerant gewesen. "Charlie war da sehr diskret", erklärte Gascoyne. "Ich glaube, es gab in der Vergangenheit schon öfter Dinge, wo er gesagt hat 'okay, das wollen wir zwar nicht, also ändert es.' Ich denke, dieses Thema wurde so lasch behandelt, weil es etwas ist, über das wir in der TWG noch nicht gesprochen haben."
In Zukunft müsse sich das aber ändern, stellte Gascoyne ganz klar fest. "Wenn man jemand dabei erwischt, der es tut, nachdem man es gerade in der letzten Sitzung besprochen hat, dann hätte er eigentlich härter einschreiten sollen. Auf alle Fälle muss da alles klargestellt werden - er (Charlie Whiting) hat die Macht auf seiner Seite um etwas dagegen zu unternehmen."

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