Am Sonntagabend unserer Zeit begann mein Abenteuer Australien GP. Nach einem langen Flug kamen wir am Dienstagmorgen australischer Zeit in Down Under an. Mit dem Jetlag musste ich mich glücklicherweise nicht herumschlagen: Ich blieb den ganzen Tag wach und konnte in der letzten Nacht gut schlafen.

Allgemein macht mir das Reisen sehr viel Spaß. Logischerweise könnte man sich etwas Schöneres vorstellen als einen 20-Stundenflug nach Australien, aber die Vorfreude auf das Land und das Rennwochenende gleichen das locker aus. Für mich sind die Reisen in andere Länder mehr Spaß als Stress. Schließlich ist es etwas ganz Besonderes zum F1-Tross zu gehören und in andere Länder zu reisen. Das erlebt nicht jeder.

Viel konnte ich von Australien natürlich noch nicht sehen, aber als wir gestern am Strand etwas essen waren, habe ich bereits gemerkt, warum die meisten Fahrer Australien so mögen: Das Wetter ist toll und die Menschen sind wahnsinnig freundlich.

Der erste Kontakt

Am Mittwochnachmittag war ich zum ersten Mal an der Rennstrecke und bin den Kurs zusammen mit meinen Ingenieuren zu Fuß abgelaufen. Wir haben uns alles gemeinsam angesehen und uns über die Strecke unterhalten. Insbesondere die Erfahrungen meiner Teamkollegen, die schon im letzten Jahr hier gefahren sind, waren dabei sehr hilfreich.

Überhaupt habe ich keine großen Probleme damit mich an neue Strecken zu gewöhnen. Mir kommt ja zugute, dass ich am Freitag genügend Zeit und Runden zur Verfügung habe, um zu fahren und die Strecke zu lernen.

Das letzte neue Land, das ich besucht habe war klarerweise Bahrain. Dort war es schon etwas Besonderes als Freitagstestfahrer ins Fahrerlager zu gehen. Auf eine gewisse Weise ist allein dadurch ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen - auch wenn ich noch keine Rennen fahre.

Meine Aufgabe als Freitagstestfahrer für MF1 Racing ist dennoch sehr wichtig: Da die Stammfahrer ihre Motoren schonen müssen, bin ich dazu verpflichtet meine Kilometer abzuspulen und nicht nur zum Spaß herumzufahren. Nach meinem ersten Einsatz in Bahrain war das Team sehr zufrieden und das soll sich in Melbourne wiederholen.

Ein zweites Zuhause

In Bahrain konnte ich mein Programm ohne Schwierigkeiten oder technische Probleme abspulen. Alles lief wie am Schnürchen. Das Programm bestand wie immer aus Reifentests: Wir müssen am Freitag die verschiedenen Mischungen testen und herausfinden, welcher Reifen am besten arbeitet.

Für Melbourne kursieren gerade auf diesem Gebiet einige Gerüchte, dass Bridgestone bei kühleren Temperaturen etwas Probleme haben könnte, aber wie es tatsächlich aussieht, erfahren wir erst, wenn wir auf der Strecke fahren. Die Wetterfrösche sind sich momentan ohnehin nicht einig: Die einen sagen, es wird sehr gutes Wetter, die anderen rechnen mit schlechteren Bedingungen. Lassen wir uns einfach überraschen.

Meine Vorbereitung auf Melbourne wurde von einer Grippe etwas beeinträchtigt, aber nachdem ich diese noch vor der Abreise überwunden hatte, konnte ich mein übliches Trainingsprogramm durchziehen. Eine spezielle Vorbereitung habe ich für das Rennen in Australien aber nicht absolviert.

Im Team und Auto habe ich mich prächtig eingelebt. Ich fühle mich bei Midland richtig heimisch. Die Leistungsfähigkeit des Teams lässt sich nach den ersten beiden Rennen noch schwierig einschätzen, aber mit den Top-Teams werden wir in diesem Jahr sicherlich nicht mitfahren können. Das Team leistet dennoch tolle Arbeit. Warten wir einfach ab, was sich im Laufe der Saison noch ergeben wird.