Am kommenden Sonntag wird für Mark Webber der wohl wichtigste Grand Prix der gesamten Saison gestartet, sein Heimrennen im australischen Melbourne. Nach der Beinahe-Karambolage mit seinem Teamkollegen Nico Rosberg gleich nach dem Start des Rennens in Malaysia sieht Webber für die Zukunft keine weiteren Probleme in dieser Richtung und verteidigt den 20-jährigen. "Wir verstehen uns sehr gut", erklärte er gegenüber Reportern. "Es war schon ein bisschen eng, aber das ist ganz normal. Wenn man den Helm aufsetzt geht man bis an die Grenze." Es sei absolut legitim, alles zu versuchen und "er wusste, dass er einen schlechten Start hatte und hat eben versucht, sich selbst zu schützen und ich war nun mal zufällig derjenige neben ihm."
Das Dumme sei nur gewesen, dass Fernando Alonso so die Gelegenheit hatte, beide zu passieren, Probleme gäbe es deshalb allerdings nicht. Ganz im Gegenteil. "Ich mag es, wenn mich jemand unter Druck setzt", erzählte er weiter. "Ich hatte schon Teamkollegen, die überhaupt nicht in Erscheinung getreten sind und ich hatte auch starke Teamkollegen." Wer der stärkere der beiden ist, würde sich am Ende des Jahres schon rausstellen, außerdem sei es sehr gut für das Team, zwei starke Fahrer zu haben. "Er verdient seinen Platz in der Formel 1, was ich sehr gut finde. Wir haben schon oft Fahrer gesehen, die ihre Leistung von den Tests nicht auf das Rennen übertragen können. Sie können aus irgendeinem Grund dem Druck an einem Rennwochenende nicht standhalten, aber Nico hat das bisher sehr wohl getan."
So begeistert Webber auch von seinem neuen Teamkollegen ist, der auch ihn zu Höchstleistungen anspornen könne, so skeptisch sind andere im Fahrerlager gegenüber dem Potential des Australiers. Jacques Villeneuve, der 1997 mit Williams Weltmeister werden konnte, hegt starke Zweifel, ob Webber wirklich ein Siegfahrer ist. "Wenn man zu viele Jahre in einem Auto verbracht hat, das nicht gewinnen kann, ist man nicht daran gewöhnt, die Gelegenheit beim Schopf zu packen und seinen ersten Sieg zu erringen, wenn man mal in einem Auto sitzt, das es könnte", sagte Villeneuve am Montag.
Webbers Leistungen im Qualifying und auch in den Rennen würden zeigen, dass er ein sehr guter Rennfahrer sei, ob Williams aber im Verlauf der Saison noch sehr lange die Möglichkeit habe, wirklich um Siege und Podiumsplatzierungen mitzufahren bezweifelt der Kanadier sehr. Der Cosworth-Motor, momentan einer der stärksten im gesamten Feld, würde sicher mit der Zeit, im Vergleich zu anderen, nachlassen. "Es wird schwer für sie werden, weil die Weiterentwicklung bei Williams mit der der Hersteller wohl nicht mithalten kann", fuhr der BMW-Sauber-Pilot fort. "Williams hat die Saison viel konkurrenzfähiger angefangen, als irgendjemand erwartet hätte, aber ich denke, je länger die Saison dauert, desto schwieriger wird es für sie werden."
Das kommende Wochenende sollte aber sehr gut für das britische Team werden und Mark Webber ist zuversichtlich, dass Williams der härteste Konkurrent für Renault sein kann. "Ich erwarte einiges von dem Rennen", sagte Webber am Dienstag. "Wir sind, was die reine Leistung betrifft, sehr gut in die Saison gestartet und es war nur schade, dass die Zuverlässigkeit uns im Stich gelassen hat und wir in Malaysia unseren Job deshalb nicht beenden konnten." Zu genauen Aussagen, was denn realistisch zu erwarten sei, will sich der 29-jährige aber nicht hinreißen lassen. "Wir müssen erst einmal den Freitag abwarten um zu sehen, wie das Auto läuft und es macht keinen Sinn, jetzt irgendetwas zu orakeln, was passieren könnte", sagte er. "Es wird ein hartes Rennen und wir haben gewisse Zuverlässigkeitsprobleme von den letzten Rennen, die wir überwinden müssen."
Die größte Herausforderung sei es momentan, die Bridgestone-Reifen auf maximale Leistung zu bringen. "Am wichtigsten ist für uns momentan, dass Alex Wurz am Freitag Long-Runs machen kann. Wir haben da in Bahrain und Malaysia jede Menge Informationen bekommen, aber da war es viel heißer." Jetzt käme es darauf an, das Auto auch unter kühleren äußeren Bedingungen zu verstehen, aber "wir haben uns selbst schon überrascht. Ich hoffe, dass wir das ein weiteres Mal tun können."

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