Umweltschützer wehren sich nicht nur in Deutschland vehement gegen neue Anlagen, die das ökologische Gleichgewicht ihrer Meinung nach aus dem Gleichgewicht bringen könnten, auch in Großbritannien sehen sich potentielle Bauherren solcherlei Problemen gegenüberstellt. Jüngstes Beispiel ist David Richards, der für sein 2008 angedachtes Formel 1-Team plant, eine ganz neue Fabrik in Warwickshire auf die Beine zu stellen.

Anfang des Monats gab Richards bekannt, dass er seine Fabrik in Honiley ausbauen wolle, für viele ein eindeutiger Hinweis, dass die Formel 1-Pläne des Prodrive-Chefs immer konkretere Formen annehmen. Anwohner der Gegend sind von diesen Plänen jedoch gar nicht begeistert, da sie fürchten, dass die gesamte Ökologie im Umland böse in Mitleidenschaft gezogen würde. Obwohl der neue Komplex etwa 1.000 neue Arbeitsplätze schaffen würde, gehen die Bewohner der Gemeinde nun gegen die Fulcrum Prodrive Action Group (FPAG) vor, um den Bau zu verhindern.

Man hat zwar keine Einwände gegen die momentan existierende Fabrik, ein Ausbau von der geplanten Größe soll aber, so hoffen die Aktivisten, vom Warwick District Council gestoppt werden. Eine Anwohnerin teilte der Lokalzeitung Kenilworth Weekly News mit, dass sie zwar im Grunde für einen Aufschwung der ganzen Gegend und mehr Jobs sei, aber "es gibt auch schädliche Effekte und wir haben beschlossen, eine Gruppe zu gründen, die die Menschen auf diese aufmerksam machen soll."

In einer sehr ländlichen Gegend mit viel Waldgebieten und nur kleinen Straßen sei ein Chaos vorprogrammiert. "Es gibt da ein einen großen Wald, in dem Rehe und Eulen leben," fügte Sonya Mills hinzu. "In der Tat zeigte eine Studie, die Prodrive durchführen ließ, auch die Existenz von Fledermäusen, Dachsen und großen Kammolchen - alles geschützte Arten." Durch umfangreiche Baumfällarbeiten würde der Lebensraum dieser Tiere bedroht und vernichtet. Von den dann permanent verstopften Straßen mal abgesehen, sei es absolut lächerlich, einen Komplex wie diesen mitten in einer ländlichen Gegend bauen zu wollen.