Nach einer Nullrunde beim Grand Prix von Bahrain und einem Punkt in Malaysia hat Toyota die vergangene Woche mit intensiven Reifentests verbracht und man glaubt, auch einige Probleme erkannt und gelöst zu haben. Da der Grand Prix von Australien aufgrund der Commonwealth Games in Melbourne dieses Jahr einen Monat später stattfindet als bisher ist bereits tiefster Herbst auf dem Fünften Kontinent und die erwarteten Temperaturen dürften weit unter dem gewohnten Level liegen. Ob dieser Umstand für Toyota von Vorteil ist, darf bezweifelt werden, da das Team schon bei den ersten beiden Rennen unter sehr heißen äußeren Bedingungen große Probleme hatte, die Reifen auf Temperatur zu bringen.
Ralf Schumacher, der mit seinem achten Platz in Kuala Lumpur den ersten Punkt für sein Team einfahren konnte, ist noch skeptisch, was seinen Erfolg in Australien betrifft. "Ich bin nach Malaysia zurück nach Europa geflogen um zu testen weil wir unseren Start in das Jahr verbessern wollten. Es war ein Problem für uns, die Reifen auf Temperatur zu bringen und Australien wird jetzt zeigen, wie weit wir gekommen sind", erklärt der Deutsche. "Es ist normalerweise nicht sonderlich warm hier und das Rennen findet später als sonst statt, in ihrem Herbst."
Der Stadtkurs im Albert Park, 51 Wochen im Jahr eine normale Straße, ist dazu auch noch, besonders zu Beginn des Wochenendes, sehr schmutzig und Grip zu finden dürfte ein zusätzliches Problem darstellen. Trotzdem ist Ralf zuversichtlich. "Ich mag den Kurs - er ist einer der schönsten Straßenkurse, die es gibt und auch einer der sichersten", erzählt er. "Die Stadt ist auch eine meiner Lieblingsstädte und das alles zusammen macht Australien für mich zu einem aufregenden Ereignis." Leicht wird das Rennen für ihn und sein Team aber nicht werden. "Es wartet ein schwieriges Wochenende auf uns, aber ich hoffe, wir können weiterhin Druck machen und können die Daten verwenden, die wir dieses Jahr bisher gesammelt haben um uns weiter nach vorne zu bringen."
Zurück an die Spitze - aber vielleicht noch nicht jetzt
Auch Teamkollege Jarno Trulli ist von dem Grand Prix in Downunder begeistert, hat aber ebenfalls gewisse Bedenken, was sein eigenes Abschneiden am Sonntag betrifft. "Es könnte schwierig für uns werden, wenn man unsere Probleme mit der Reifentemperatur bedenkt und das kühle Wetter könnte besonders hart für uns sein. Wir werden dieses Wochenende dazu benutzen besser zu verstehen, wie wir unser Auto verbessern können, damit es besser mit den Reifen zusammenarbeitet." Das Team sei hoch motiviert und würde hart daraufhin arbeiten, wieder an die Spitze des Feldes zurückzukehren.
Toyotas Technischer Direktor Mike Gascoyne rechnet zwar auch mit gewissen Problemen bei den kühlen Temperaturen, gibt sich nach den Ergebnissen in Malaysia jedoch recht zuversichtlich. "Der Grand Prix von Malaysia war eine große Verbesserung nach Bahrain weil wir mehr Hitze in unsere Reifen bekommen konnten. In Malaysia haben wir darunter gelitten, dass bei Ralfs Auto der Motor gewechselt werden musste und Jarno hatte Probleme mit dem Setup", erklärt Gascoyne, "aber jetzt, wo die Saison wieder weitergeht, hoffen wir auf ein konkurrenzfähiges Wochenende."
Da Melbourne keine permanente Rennstrecke ist, sieht auch der Brite den Staub als besondere Herausforderung für alle. "Melbourne ist ein Straßenkurs und so wird sich die Strecke im Laufe des Wochenendes entwickeln. Ganz sicher werden wir in Australien kühle Bedingungen haben und müssen uns daher ganz besonders darauf konzentrieren, die Reifen zum arbeiten zu bringen." Er ist jedoch sicher, dass man, besonders nach den letzten Tests, auch besser damit zurechtkommen wird. "Unser Auto geht mit den Reifen schonend um und deshalb müssen wir Druck machen und gehen mit den Reifen auf die weichere Seite im Vergleich mit anderen Bridgestone-Teams." Dann könnten sie auch ihren Aufwärtstrend fortsetzen, meint Gascoyne.

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