Ferrari hat dieses Jahr noch kein Rennen gewonnen, die Diskussionen um angebliche "Schummeleien" der Scuderia sind aber schon in vollem Gange. Beim ersten Rennen in Bahrain gab es Debatten um einen angeblich illegalen Heckflügel, beim Grand Prix von Malaysia war es nun der Frontflügel, der die Aufmerksamkeit der Konkurrenz erregte. Millionen Fernsehzuschauer konnten live mitverfolgen, dass sich die Teile des Flügels ganz klar nach rechts und links bewegten, inwieweit diese Flügelproblematik die Leistung der beiden Autos beeinflusst, vermag jedoch keiner zu sagen.

Flügel hin oder her, ganz zufrieden konnte man bei den Roten nach dem Rennen in Sepang keinesfalls sein. Teamchef Jean Todt gab sich beim Interview mit Pitpass (anfangs) jedoch gelassen wie üblich. "Ich würde sagen, dass wir ab der 20. Runde recht gut dabei waren", meinte er. "Wir mussten das Rennen aber in der ersten Runde starten und bei unseren Startplätzen müssen wir mit den Ergebnissen zufrieden sein. Es war das Maximum, das wir heute erreichen konnten, auch wenn es ganz allgemein natürlich nicht sehr befriedigend ist."

Motorenprobleme bei Felipe Massa bereits in Bahrain und das Risiko, dass auch das Aggregat in Michael Schumachers Auto kaputtgehen könnte, zwangen das Team zu Motorwechseln bei beiden Autos. Todt geht jedoch davon aus, dass diese Probleme nun gelöst seien. "Ich glaube, wir haben da heute schon einen großen Schritt nach vorne gemacht und haben einige Dinge verstanden," erklärte der 50-jährige. " Woran das Problem mit den Ferrari-Motoren genau läge, wollte er natürlich nicht weiter erklären. "Es ist im Bereich der Kolben. Da haben wir ein Problem, das immer wieder auftaucht, also muss es daran liegen."

Auf die Frage, ob er denn enttäuscht sei, dass Felipe Massa vor Michael Schumacher ins Ziel gekommen ist und damit vielleicht die Meisterschaft auch nicht unerheblich beeinflusste, reagierte Todt sichtlich genervt. "Das war erst das zweite Rennen und Felipe konnte beim ersten Rennen in Bahrain seine Möglichkeiten nicht ausschöpfen. Ich denke, er hat heute einen sehr guten Job gemacht." Er hätte sich für Massa jedenfalls sehr gefreut. "Er (Massa) ist auch unter Druck", fuhr Todt fort, "und es ist sehr wichtig, dass er Punkte macht und beweisen kann, dass er ein guter Fahrer ist."

Die große Neuigkeit des Wochenendes war jedoch nicht der Zielleinlauf der beiden Ferrari sondern, dass acht Teams ein Schreiben unterzeichnet haben, das die FIA dazu auffordert, den offensichtlich flexiblen Frontflügel des 248 F1 genauer unter die Lupe zu nehmen. "Ross (Brawn) hat bereits mit der FIA gesprochen, die mit der Legalität unseres Autos absolutzufrieden waren," antwortete Todt auf die Frage, ob man für Melbourne andere Frontflügel im Gepäck habe. "Wenn die Flügel wirklich nicht legal gewesen wären, würden wir, nach dem ganzen Trara, das heute um die Sache gemacht wurde, wohl nicht über unser Ergebnis reden."

Und was ist nun mit Melbourne? "Wir sind noch nicht in Melbourne, fragt mich doch dort wieder." Er sei nur der Manager des Teams und nicht der Technische Direktor bellte Todt. "Meine Leute wissen da viel besser Bescheid. Sie werden mir dann vorschlagen, was wir tun sollen. Man muss seine Grenzen im Leben kennen und ich versuche meine zu kennen."