Das erste Rennen der Saison ist gerade erst vorbei und schon beginnt sich das Fahrerkarussell zu drehen. Begannen die Fahrer in früheren Jahren erst im August, sich um die nächste Saison zu kümmern, so wartet man jetzt offenbar nicht einmal das erste Rennen ab, um sich um die Zukunft Gedanken zu machen. Bestes Beispiel Fernando Alonso, der schon vor Beginn der aktuellen Saison bekannt gegeben hat, dass er Renault am Ende des Jahres verlassen wird. McLaren Pilot Kimi Räikkönen scheint nun der nächste zu sein, der bereits für 2007 plant.
Das Rätselraten um die Zukunft des Finnen geht munter weiter. Erst kürzlich statteten seine Manager Steve and David Robertson der Toyota-Fabrik in Köln einen Besuch ab, wie Autosport berichtet. Auch die Gerüchte, dass Kimi bei Ferrari ein neues Zuhause suchen wird, reißen nicht ab. Eine definitive Antwort wird aber wohl noch eine Weile auf sich warten lassen, denn noch schaut man sich erst mal weiträumig um, um den bestmöglichen Deal für nächstes Jahr auszuloten. Nach dem Rennen in Bahrain am vergangenen Wochenende ist jedoch zu bezweifeln, ob Toyota eine wirkliche Option für den 26-jährigen darstellt.
Angeblich will Kimi frühestens im Mai entscheiden, was er in der nächsten Saison machen wird. Nicht zuletzt wird diese Entscheidung wohl auch davon abhängen, ob Michael Schumacher beschließt, bei Ferrari zu bleiben, oder seine Karriere an den Nagel zu hängen, oder auch, ob es Toyota gelingt, die Hoffnungen aller zu erfüllen und um Siege mitfahren zu können. Ein Michael Schumacher als Teamkollege würde Räikkönen jedenfalls nicht abschrecken, das hat er schon des öfteren klar gemacht. Die Frage bleibt jedoch offen, ob jener Michael Schumacher sehr glücklich mit Kimi Räikkönen neben sich wäre. Mit einem Nummer 2, oder 1a-Status würde der sich sicher nicht zufrieden geben.
Die Bild Zeitung meldet heute, dass Schumacher nach dem erfolgreichen Saisonstart angeblich bereits angedeutet hat, dass er auch 2007 bei Ferrari bleiben wird. Dieses Szenario würde Räikkönen wohl kaum dazu veranlassen, zur Scuderia zu gehen. Offen wären dann noch entweder doch Toyota, was vom finanziellen Gesichtspunkt her wohl der beste Deal wäre, bei McLaren zu bleiben, oder sogar Fernando Alonsos Platz bei Renault einzunehmen. Es bleibt also spannend. McLaren-Boss Ron Dennis hat bereits ganz deutlich erklärt, dass er keinerlei Druck auf seine Piloten ausüben wird. "Ich glaube an die Entscheidungsfreiheit," erklärte er, "aber das ist auch beidseitig. Der Fahrer ist ein wichtiger Teil des Teams, wir könnten aber auch morgen beschließen, einen zweiten Fahrer für nächstes Jahr zu verpflichten. Genauso wie Kimi und Juan morgen bei einem anderen Team unterschreiben könnten."
Der Schuss könnte somit auch nach hinten losgehen, sei es für Kimi Räikkönen oder auch für Juan Pablo Montoya. Ron Dennis ist da unerbittlich. Es geht schließlich ums Geschäft. "Wenn Kimi oder Juan denken, dass sie bei einem anderen Team eine bessere Zukunft haben, dann sollten sie auch da hingehen. Wenn wir denken, dass es unserer Zukunft am zuträglichsten wäre, nächstes Jahr mit anderen Fahrern anzutreten, dann werden wir das auch tun."

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