Frank Williams bescheinigte seinem Schützling eine "weltmeisterliche Vorstellung" und die internationale Medienlandschaft überschlug sich beinahe mit Lobeshymnen über Nico Rosbergs Leistung beim Grand Prix von Bahrain. Kaum ein Fahrer hat jemals bei seinem Grand Prix-Debüt ein solches Ergebnis erzielt und die Sensationsfahrt des 20-jährigen Deutschen blieb natürlich auch Formel 1-Zampano Bernie Ecclestone nicht verborgen. Er war voll des Lobes für den Rookie.

Es ist kein Geheimnis, dass sich Ecclestone schon seit Jahren mehr Abwechslung und "Typen" in der Formel 1 wünscht. Nico Rosberg passt mit seinem Können, seinem Charme und seiner Lockerheit genau in dieses Bild. "Wir brauchen mehr von diesen Rosbergs und Rossis," sagt er heute in der Welt. Rosbergs Kampf vom Ende des Feldes nach seinem unplanmäßigen Boxenstopp nach der ersten Runde, seine spektakulären Überholmanöver und seine Rennübersicht, die ihn am Ende auf den siebten Platz brachten, sind das, was die Formel 1 spannend und interessant macht.

Nico darf stolz auf sich sein., Foto: Sutton
Nico darf stolz auf sich sein., Foto: Sutton

Williams Technischer Direktor Sam Michael ist nicht der einzige, der sicher ist, dass sein Fahrer, ohne das Missgeschickt nach dem Start, sogar einen Platz auf dem Podium hätte erobern können. "Rein rechnerisch, wenn man den Rückstand abzieht, mit dem er ins Ziel kam, hätte er einen soliden dritten Platz erreicht," erklärt Michael. "Ob er wirklich mit Michael (Schumacher) und Fernando (Alonso) hätte mithalten können, weiß ich nicht, aber er wäre auf alle Fälle innerhalb von zehn Sekunden dran gewesen. Ob er sie sogar hätte schlagen können, weiß ich auch nicht, aber er wäre Dritter gewesen."

Sam Michael war nicht der einzige, der über die starke Leistung des jungen Piloten überrascht war. Christian Danner, Ex-Formel 1-Fahrer Marin Brundle und auch Hans-Joachim Stuck zollen Rosberg in der motorsport aktuell ihren Respekt. "Da fällt mir nur das Prädikat sensationell ein," so Danner. "Frank Williams hat mir nach der Verpflichtung des jungen Rosberg nicht umsonst geantwortet, als ich meinte, Nico sei verdammt gut - 'nein, nein, nein. Nico ist nicht einfach gut, er ist ein künftiger Weltmeister!' Nach dieser Darbietung hier kann ich mich der Meinung des Teamchefs nur anschließen."

Martin Brundle stößt ins gleiche Horn. Für ihn war Nico Rosberg auch der Mann des Rennens. "Sein Speed und die Art und Weise, wie er überholte, waren einfach unglaublich." Hans-Joachim Stuck ist sich sicher, dass Rosberg genau das hat, was ein genialer Rennfahrer haben muss. "Die Fähigkeiten, ein sehr guter Rennfahrer zu werden, kannst du zu 90 Prozent erlernen. Aber diese Extra-Portion Fähigkeit, die muss angeboren sein - wie bei Michael Schumacher oder bei Alonso. Ich glaube, dass Nico diese Gabe besitzt."

Ein Fehler und ein früher Stopp kosteten ihn einen Podestplatz., Foto: Sutton
Ein Fehler und ein früher Stopp kosteten ihn einen Podestplatz., Foto: Sutton

Und was sagt nun Vater Keke Rosberg, Formel 1-Weltmeister von 1982 über seinen Sprössling? "Ich kann die nächsten Rennen kaum erwarten," erklärt er in der msa. "Vor allem, wenn ich mir die Rundenzeitenliste im Detail anschaue. Da taucht Nico regelmäßig mit einer der drei besten Rundenzeiten auf, das war irre." Trotzdem warnt Keke davor, die Erwartungen zu hoch zu schrauben und meint man solle "jetzt mal die Kirche in Dorf lassen." An einer großen Zukunft seines Sohnes zweifelt aber weder er noch andere. Schließlich ist es nicht alltäglich, dass ein Fahrer bei seinem ersten Formel 1-Rennen auf den siebten Platz fährt und schon gar nicht, dass die schnellste Rennrunde auf sein Konto geht. Der letzte, der dieses Kunststück schaffte, war 1996 Jacques Villeneuve beim Grand Prix von Australien. 1997 war der Kanadier Weltmeister.

Kein Wunder, dass ihm motorsport-magazin.com-Kolumnist Bas Leinders "eine große Zukunft" vorhersagt: "Jeder hat gesehen, dass er fit ist für die Formel 1 und er ist auf jeden Fall ein Mann mit Zukunft. Mit dem richtigen Auto kann er Rennen gewinnen und vielleicht mehr."