In seiner McLaren-Zeit gehörte für den heutigen Red Bull Onkel David Coulthard ein ganz spezielles Ritual zur Phase vor dem Saisonstart: Der Schotte kündigte alljährlich jedem der sein Mikro nicht schnell genug weg halten konnte an, dass dies nun endlich "sein Jahr" und "seine Saison" werde. Eine ähnliche Tradition pflegte auch Rubens Barrichello bei Ferrari: Der Brasilianer sprach gerne davon, dass er in diesem Jahr seinen Teamkollegen schlagen und den WM-Titel gewinnen wolle.

Während DC bei RBR verstummt ist, scheint Barrichello bei Honda genau das richtige Team gefunden zu haben. Denn beim ehemaligen BAR-Team wird schon seit ein paar Jahren davon gesprochen, dass man "endlich den ersten Sieg" einfahren möchte. Das gilt insbesondere für Jenson Button, der schon vor dem letzten Saisonbeginn "ab Melbourne siegfähig" sein wollte. Am Ende war er froh im 10. Saisonrennen erstmals gepunktet zu haben.

In diesem Jahr holte Jenson Button schon beim Auftakt in Bahrain seine ersten WM-Zähler. Doch der ersehnte 1. GP-Triumph lässt weiter auf sich warten - für ihn und für das Team. Nichtsdestotrotz ist Teamboss Nick Fry davon "überzeugt", dass der RA106 "genauso gut" ist wie der 248 F1 der Scuderia Ferrari oder der R26 von Renault. "In Malaysia werden wir bei den heißen Temperaturen noch stärker sein", kündigte er gegenüber Autosport an. "Die Kühlung funktioniert an unserem Auto sehr gut. Deshalb reisen wir ohne Sorgen nach Malaysia."

Die Analysen von Honda vor dem Rennen hätten dabei ergeben, dass man zwischen Button, Schumacher und Alonso nicht entscheiden konnte, wer das Rennen gewinnen würde. "Sie waren identisch und unsere Strategie-Software ist ziemlich genau. Dennoch sagte sie immer, dass alle drei eine gleiche Siegchance hätten."

Ohne die Kupplunsprobleme am Start, hätte Jenson Button also mit Schumacher und Alonso um den Sieg kämpfen "müssen". Jedenfalls so lange sich die Strategie-Software von Honda nicht verrechnet hat...