"Wir sind etwas perplex", wunderte sich nicht nur Mike Gascoyne über die katastrophale Vorstellung des Toyota Teams beim Saisonauftaktrennen in Bahrain. Nachdem das Team seinen TF106 als erstes Auto für die Saison 2006 getestet hatte, wollte man in diesem Jahr eigentlich um Rennsiege mitkämpfen und das beste Bridgestone-Team werden.

Zwar war schon gegen Ende der Testfahrten deutlich geworden, dass Toyota immer weiter abfiel und auch das neue Aerodynamik-Paket im Vergleich zur Konkurrenz keinen besonders großen Schub gab, doch kam die enttäuschende Leistung der Japaner in dieser Form mehr als nur überraschend.

Bei der Suche nach den Gründen für dieses katastrophale Abschneiden, kreist der erste Gedanke natürlich um die Bridgestone-Pneus, die schon im Vorjahr bei Ferrari als großer Schwachpunkt angesehen wurden. Doch so einfach kann es sich Toyota nicht machen: Sowohl Ferrari als auch Williams erlebten mit den japanischen Gummis einen sehr guten Saisonstart.

"Wir wussten schon bei den Wintertests, dass wir einige Probleme mit den Reifen haben, aber wir waren auf einem Level mit Williams - wir haben sogar damit gerechnet etwas schneller zu sein." In Bahrain kam dann nicht nur für Gascoyne der Mann mit dem Hammer: Williams fuhr weit vor Toyota. Die Weiß-Roten mussten sich sogar mit dem eigenen Kundenteam MF1 herumschlagen.

"Wir fanden einfach keinen Grip", benennt Gascoyne gegenüber Autosport das Problem. Allerdings sehen die benutzten Reifen bei Toyota "wie neu" aus. "Es gibt keine Abnutzung. Wir finden einfach nicht das richtige Betriebsfenster." Für Gascoyne ist das "sehr schwierig" nachzuvollziehen.

"Wir haben das Auto verbessert und wir haben Vergleichstests mit dem Aero-Paket gefahren. Es ist signifikant besser. Wir sind also zuversichtlich, aber wir konnten die Reifen bislang nicht zum Arbeiten bringen."

Wie Toyota sei auch Bridgestone über diese Situation verdutzt. "Hoffentlich können sie anhand der vielen Daten herausfinden, was falsch läuft." Mit dem Auto sei jedoch "nichts falsch", betont Gascoyne mehrfach. "Die Fahrer sagen nicht, dass ihre Autos wie verrückt untersteuern. Sie sagen nur, dass absolut kein Grip vorhanden ist."