Beinahe hätten Nick Heidfeld und BMW Sauber in Bahrain für einen Riesenpaukenschlag gesorgt: Bis wenige Sekunden vor Schluss war Heidfeld mit dem neuen BMW-Sauber auf dem Weg in die dritte Startreihe - dann passierte ihm ein Fehler: "Die beiden ersten Sektoren waren sehr gut, dann habe ich in Kurve 13 einen dicken Fehler gemacht, zu spät gebremst und sehr viel Zeit verloren. Ich ärgere mich ziemlich über mich selbst, Platz fünf, eine 1:32,0 wäre möglich gewesen," war der Mönchengladbacher sichtlich sauer darüber, dass ihm so doch nur der zehnte Platz blieb.

Und das knapp vor seinem Teamkollegen Jacques Villeneuve, der in der zweiten K.O.-Runde knapp gescheitert war, als Heidfeld acht Sekunden vor Schluss mit einer Klasserunde sogar die viertschnellste Zeit jener Session erzielt hatte. BMW-Motorsportdirektor Dr. Mario Theissen war mit dem Debüt seiner Mannschaft freilich trotzdem vollauf zufrieden: "Das war ein sehr guter Auftakt für uns, wir hatten keine Probleme, konnten zeigen, dass wir auch vom Speed her auf Anhieb gut mit dabei sind. Jetzt gilt es, aus dieser Ausgangsposition für das Rennen das Beste zu machen."

Punkte, das sagt auch Heidfeld klipp und klar, sollten es schon werden. Theissen ist stolz auf seine Truppe, auf das, was in der Zeit seit dem Vorstandsbeschluss, Sauber zu übernehmen, seit Juni 2005, erreicht wurde: "Wir haben genau gewusst, was wir mit den Ressourcen, die wir haben, abarbeiten können. Wir haben sogar mehr geschafft, also ich ziehe den Hut vor dieser Mannschaft, was die in den acht Monaten geschafft haben. Natürlich wollen wir im nächsten Jahr noch mehr, aber das setzt natürlich auch voraus, dass wir uns als Team dazu in die Lage versetzen."

Auf dem Weg dazu ist man: "Wir haben zum Beispiel im Januar auf Grund des Personalzuwachses den Umstieg vom Einschicht- zum Zweischicht-Betrieb im Windkanal geschafft und unser Ziel ist es, im September auf Dreischicht-Betrieb zu gehen und dann geht es natürlich erst recht voran. Unsere große Herausforderung ist, jetzt bei Saisonbeginn das Entwicklungstempo der großen Teams mitzugehen, obwohl wir mit unseren 315 bis 320 Mitarbeitern mindestens 200 Leute weniger haben als die."

Einstellige Resultate wünscht er sich für den Auftakt - also Platzierungen direkt hinter den vier Top-Teams der Formel 1 - Renault, Honda, McLaren und Ferrari. "Oder, anders gesagt, letztes Jahr hatte der Sauber etwa 1,5 Sekunden Rückstand pro Runde auf die Spitze. Diesen Rückstand wollen wir halbieren. Ich glaube, dass wir da vielleicht sogar schon ein bisschen besser sind."

Bei so viel Positivem wird sich sicher auch ein kleines Problem am Rande noch lösen lassen: Die Verwirrung um den offiziellen Namen des Autos in den Startlisten. Auf der ersten, von der FIA herausgegebenen Ergebnisliste, war die Bezeichnung definitiv falsch, da stand nämlich Sauber BMW, für Chassis und Motor. Ein Sauber-Chassis hat der BMW nun definitiv nicht mehr.

In der zweiten Version hieß es dann nur noch BMW, wie etwa bei Ferrari, Renault oder Toyota auch. Das gefiel nun aber den Münchnern nicht unbedingt: "Wir heißen als Team BMW-Sauber, und deshalb tragen sowohl unser Chassis als auch unser Motor den Namen BMW-Sauber - und deshalb sollte BMW-Sauber in den Listen stehen", hieß es. Aber wenn das das einzige Problem bleibt...