Dietrich Mateschitz bastelt seit einem Jahr an seinem eigenen kleinen Formel 1-Imperium. Nachdem er die Welt der Energy-Dosen im wahrsten Sinne des Wortes im Flug erobert hat, plant der Österreicher nun den F1-Thron zu besteigen.

Den Gewinn des Weltmeistertitels hält er momentan zwar noch für "absurd", doch das Ziel der roten Bullen ist klar definiert: "Wir wollen unter die besten vier. Wir machen Formel 1 nicht, um nur dabei zu sein."

Damit man diese Ziele auch erreichen kann, müsse "am Tag X im besten Auto, das wir zu bauen imstande sind, auch einer der besten Fahrer" sitzen. Mateschitz sieht zwei Möglichkeiten diesen zu finden. "Nicht umsonst betreiben wir seit vielen Jahren die weltweit intensivste Talentsuche und Nachwuchsförderung", betont er im Sport Bild-Interview. "Im Idealfall kommt der zukünftige Senna aus unseren eigenen Reihe, aus dem Red Bull Junior Team."

Dabei denkt Mateschitz an Jungtalente wie Sebastian Vettel, Scott Speed oder Michael Ammermüller. "Unser Rookie-Team Toro Rosso gibt es ja, damit unseren Youngstern der Einstieg in die Formel 1 ermöglichst wird."

Sollte man dennoch "bis 2007 oder spätestens 2008", keinen Top-Piloten aus den eigenen Reihen rekrutieren können, müsse man auf dem Transfermarkt aktiv werden. Eine Variante, die Red Bull in den letzten Monaten bei allen anderen Personalstellen höchst aktiv betrieben hat.

"In dieser Sache werden wir keine Kompromisse eingehen", stellt Mateschitz fest. Deshalb würden für ihn momentan nur "die drei schnellsten" in Frage kommen. Sprich: Kimi Räikkönen, Michael Schumacher und Fernando Alonso.

Variante 1: Der neue Star kommt aus dem Junior Team., Foto: Sutton
Variante 1: Der neue Star kommt aus dem Junior Team., Foto: Sutton

Gemäß der Firmenphilosophie passt ein Fahrer dann zu Red Bull, "wenn er der schnellste ist. Kimi Räikkönen, das steht außer Frage, würde sehr gut zu uns passen. Auch, rein theoretisch Michael Schumacher. Doch dass wir die beiden bekommen können, ist eher unwahrscheinlich."

Stattdessen sieht Mateschitz Schumacher seine Karriere bei Ferrari beenden und den Finnen seine Position übernehmen. "Aber ein Montoya ist vielleicht 2007 zu haben, ihn muss man da wohl als ersten nennen. Nicht zu vergessen David Coulthard, der für uns nach wie vor zu den Besten gehört."

Auf die aktuellen Piloten üben diese offenen Aussagen über die zukünftige Personalplanung natürlich massiven Druck aus. Besonders Christian Klien steht 2006 unter Zugzwang: "Christian Klien muss schneller als David Coulthard sein", wiederholte Mateschitz seine Forderung an seinen Landsmann. "Ein langsamer Nummer-2-Fahrer macht weder Sinn für ihn noch für uns."

Sehr viel Sinn würde hingegen eine Zusammenarbeit mit einem Automobilhersteller machen. "Es muss unser Ziel sein, einen starken Motorenpartner zu haben", sagt der Red Bull Boss. Damit meint er: Entweder einen neuen zu finden oder Ferrari als solchen zu halten.

Als neuer Partner käme der Volkswagenkonzern in Frage. "Es ist kein Geheimnis, dass wir viele gemeinsame Projekte haben, angefangen von der Rallye Dakar über die DTM bis zum Projekt am österreichischen A1-Ring."

Allerdings sei es nicht seine Aufgabe für VW respektive Audi zu sprechen. "Im Moment gibt es sicher wichtigere Dinge im Konzern als einen Einstieg in die Formel 1. Doch in Zukunft sollte man ein Engagement nicht ausschließen. Es müsste ja nicht gleich ein Einstieg in ein Formel 1 Team sein, sondern man könnte sich auf Bereiche wie Motoren- oder Getriebe-Entwicklungen beschränken."