Normalerweise sind die Meinungen im Fahrerlager immer breit gestreut. Doch vor der Saison 2006 gibt es zwei Ansichten, die beinahe alle Beteiligten teilen: Renault und Honda waren die Winterkönige und Michelin besitzt immer noch die Oberhand gegenüber Bridgestone.

Davon zumindest ist Nick Heidfeld überzeugt. "Ich gehe davon aus, dass Michelin weiterhin vorne liegen wird", verriet uns der Mönchengladbacher. "Es gab einige Leute, die Bedenken hatten, dass Michelin nicht alles geben könnte, da sie zum Saisonende aus der F1 aussteigen. Aber dem kann ich mich nicht anschließen. Michelin gibt wirklich alles und ich bin mir sicher, dass sie mit einem WM-Titel abtreten möchten."

Nicks Michelin-Kollegen sehen dies ähnlich. Renault-Chefstratege Pat Symonds ist nach den intensiven Wintertests der Franzosen davon überzeugt, dass Michelin auch 2006 "seinen Vorteil behalten" wird.

"Michelin hat sehr gute Arbeit geleistet", pflichtet ihm der Weltmeister Fernando Alonso bei. "Sie standen wegen der Regeländerungen unter Druck. Die Leute dachten, dass sie nicht so stark sein würden. Aber das sind sie. Wir haben Superreifen und das sowohl bei hohen als auch niedrigen Temperaturen. Ich bin also zuversichtlich, dass Michelin in diesem Jahr den besten Reifen haben wird."

Michelin-Projektleiter Nick Shorrock dürften diese Worte seiner Partner sehr gefallen. "An diesem Wochenende beginnt eine neue Ära", sagt Shorrock. "Es ist ein großer Schritt ins Unbekannte für alle. Aber Michelin hat sich mit der traditionellen Liebe zum Detail vorbereitet. Wir erwarten einen harten Wettkampf, aber genau das mögen wir."

Den Wechsel von langlebigen Pneus zurück zu Sprintreifen mögen die Franzosen hingegen weniger. Deswegen kann es sich Shorrock nicht verkneifen abermals einen Giftpfeil in Richtung FIA und Max Mosley abzuschießen. "Es ist enttäuschend, dass ein Reifenhersteller wie Michelin in diesem Jahr 38 Prozent mehr Reifen zu den Rennen mitbringen muss als im Vorjahr." Das entspricht trotz der geringeren Kundenanzahl 300 Pneus mehr pro Rennwochenende.