Das Formel-1-Rennen in Mexiko vor wenigen Tagen war keine Sternstunde von Nico Hülkenberg. Nach dem stehenden Restart touchierte er das Heck des Haas von Oliver Bearman und nahm diesen dadurch aus dem Rennen. Hülkenberg selbst landete nach einer Strafe und einem Extra-Boxenstopp fernab der Punkte.

In Brasilien erklärte der Audi-Pilot den unglücklichen Zwischenfall: "Ich befand mich in der verwirbelten Luft all dieser Autos, dadurch verlor ich einfach Downforce und meine Hinterreifen blockierten ein bisschen. Ich konnte das Auto nicht mehr rechtzeitig stoppen." Nach dem Rennen entschuldigte er sich umgehend bei seinem Ex-Team, dem dadurch wichtige Punkte verloren gegangen waren. Größter Nutznießer war ausgerechnet Audi selbst, das sich mit Haas in einem engen Kampf um die siebte Position in der Konstrukteurs-WM befindet. Hier der Stand in der Konstrukteurs-WM:

Haas-Fahrer verzeiht Hülkenberg: "Großen Respekt vor Nico"

Oliver Bearman hat ihm den Vorfall schnell verziehen. Ganz im Gegenteil, der Brite war sogar voll des Lobes für Hülkenberg, der 2024 bei zwei Rennen sein Teamkollege gewesen war. "Ich habe schon immer großen Respekt für Nico. Als ich 2024 für Kevin einsprang, hätte ich mir in dieser Situation keinen besseren Teamkollegen vorstellen können", erinnert sich Bearman. "Er hat mir viel geholfen und ich pflege eine gute Beziehung mit ihm neben der Strecke."

Dass er bei der Formel 1 in Mexiko bei der ersten Gelegenheit nach dem Rennen die Haas-Hospitality aufsuchte, um sich zu entschuldigen, rechnet Bearman ihm hoch an: "Er ist ein netter Typ, das sieht man auch an der Geste, dass er bei uns vorbeigekommen ist." Absicht sieht Bearman in dem Unfall selbstverständlich keine: "Es ist einfach Racing. Ich hege keinen Groll gegen Nico. Er ist ein sauberer Fahrer und ich hatte immer gute Zweikämpfe, wenn ich mit Nico kämpfte."

Audi vs. Haas: Wer wird Siebter in der Formel-1-WM?

Mit dem Sao-Paulo-GP in Brasilien geht das Duell um den achten Platz in der Team-Meisterschaft der Formel 1 in die nächste Runde. Haas liegt im Moment mit 31:27 Punkten vorne. Die bessere Performance zeigte aber inzwischen schon seit Juni der Audi R26, während Haas von seiner Punkteausbeute aus den ersten sechs Grands Prix des Jahres zehrt.

Mexiko hätte eine Ausnahme von dieser Regel werden können. Dort lag Bearman auf der elften Position - zwei Plätze vor Hülkenberg -, und er hätte somit der große Nutznießer der beiden Strafen gegen Alpine und der Kollision zwischen Oscar Piastri und Arvid Lindblad werden können. Stattdessen sammelte Haas nach seinem Aus durch Ryo Hirakawa nur einen Punkt, Audi konnte dank Gabriel Bortoleto vier Zähler einfahren.

Dabei geht es zwischen Audi und Haas nicht nur um Prestige, sondern um Millionen. Die Preisgelder am Ende des Jahres werden anhand der Konstrukteurs-WM verteilt. Im Vorjahr lag die Differenz zwischen P7 und P8 in der Meisterschaft bei über acht Millionen US-Dollar (über sieben Millionen Euro).

In Brasilien greift mit Rafael Camara ein neuer Akteur in diesen Kampf ein. Der Rookie feiert als Ersatz von Esteban Ocon sein vorgezogenes Debüt in der Königsklasse. Hier alles dazu: