"Erst hatten wir kein Glück, und dann kam auch noch Pech dazu." Auch wenn das berühmte Zitat von Fußballer Jürgen Wegmann stammt, bringt es die aktuelle Situation von Aston Martin beim Formel-1-Wochenende auf dem Baku City Circuit präzise auf den Punkt. In bislang allen Trainingssessions hinkte das Team der Konkurrenz deutlich hinterher. Im FP3 fehlten Fernando Alonso 2,5 Sekunden auf die Spitze, Teamkollege Lance Stroll lag gar 5,3 Sekunden hinter Max Verstappens Bestzeit zurück. Doch es kommt für den Rennstall noch bitterer – in Form von Grid-Strafen für das Rennen am Samstag.

Warum der Aserbaidschan GP am Samstag stattfindet, erfährst du in diesem Artikel:

Schon im Vorfeld des Aserbaidschan Grand Prix stand fest, dass an beiden Boliden neue Komponenten der Power Unit (PU) zum Einsatz kommen würden. Bei Fernando Alonso wurden ein neuer Verbrennungsmotor (ICE) sowie ein neuer Turbolader (TC) eingebaut. Es handelt sich um Alonsos jeweils fünfte Komponente dieser Art in der laufenden Saison – ergänzt durch den neunten Satz an Zusatzkomponenten. Damit überschritt der Spanier das erlaubte Kontingent erstmals.

"In diesem Fall zieht die Verwendung der zusätzlichen Elemente gemäß Artikel B8.2.8a des Sportlichen Reglements der FIA F1 eine Strafe von jeweils 10 Startplätzen nach sich", hieß es im offiziellen Dokument des Weltverbands. Für die weiteren Zusatzkomponenten kamen fünf zusätzliche Plätze hinzu, was zunächst eine Strafversetzung um 25 Plätze ergab. Vor dem 3. Freien Training legte Aston Martin noch einmal nach und tauschte an Alonsos Fahrzeug auch den Energiespeicher (ES) aus.

"Der verwendete Energiespeicher ist der siebte der drei neuen Energiespeicher, die für die Meisterschaftssaison erlaubt sind, was nicht mit Artikel B8.2.2 d) des Sportlichen Reglements der Formel 1 übereinstimmt." Für diese erneute Überschreitung kassierte Alonso weitere 5 Plätze - und summierte seine Strafe somit auf insgesamt 30 Startplätze.

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Aserbaidschan GP 2026: Auch Lance Stroll büßt Startplätze ein

Auch am Auto von Lance Stroll tauschten die Mechaniker den Turbolader (TP), den Energiespeicher (ES), die Steuerelektronik-Einheit (PU-CE) sowie Zusatzkomponenten der Power Unit aus. Die Verwendung jedes weiteren Reglement-überschreitenden Bauteils zieht in diesem Fall jeweils 5 Startplätze Strafe nach sich. In der Summe bedeutete das für den Kanadier eine Strafversetzung um 20 Ränge. Rechnet man die Sanktionen beider Piloten zusammen, kommt das Team von Aston Martin auf die kuriose Gesamtzahl von 50 Strafplätzen.

Formel 1-Kenner wissen jedoch: Gemäß dem F1-Reglement wird jeder Fahrer, der eine Grid-Strafe von mehr als 15 Plätzen kumuliert, automatisch ans Ende des Feldes versetzt. Die reinen Zahlen über 15 hinaus haben somit keine praktische Auswirkung auf die tatsächliche Startaufstellung. Dennoch unterstreicht der Fall eindrucksvoll die anhaltenden Zuverlässigkeits- und Performance-Probleme, mit denen das Team um Stardesigner Adrian Newey 2026 zu kämpfen hat.

Fernando Alonso verkündet immer noch kein Update zu seiner Zukunft in der Formel 1. Wechselt er in die Aston-Martin-Teamführung oder in die WEC? Mehr dazu in diesem Artikel: