Die Formel 1 fährt zwar an diesem Wochenende in Zandvoort, aber noch bevor auf der holländischen Strecke die ersten Autos fahren, wirft das kommende Rennwochenende in Monza schon seine Schatten voraus - zumindest für Andrea Kimi Antonelli. Denn der WM-Führende bestätigte vor dem Rennen an der Nordsee, dass er für den Italien-GP eine Strafe ausfassen wird.
Aufgrund der starken Zuverlässigkeitsprobleme am Mercedes-Antrieb in der ersten Saisonhälfte war bereits seit längerem klar, dass Antonelli wohl zwangsläufig in den sauren Apfel beißen und in der restlichen Saison mindestens eine Motorstrafe ziehen muss. Im bisherigen Saisonverlauf hatte er bereits vier verschiedene Verbrennungsmotoren genutzt und damit schon das Limit ausgereizt. Auch beim Auspuff, bei der Batterie und bei den Steuergeräten hat der WM-Führende alle im Rahmen des Reglements erlaubten Einheiten verwendet.
Kimi Antonelli: "Die Strafe für den neuen Motor gibt es in Monza"
Bisher war noch nicht final geklärt, bei welchem Rennen diese Strafe gezogen wird, auch wenn Teamchef Toto Wolff bereits in Ungarn durchsickern ließ, dass die Überlegung im Raum stand, in Monza die Strafe abzugelten. Antonelli bestätigte nun gegenüber mehreren italienischen Medien, dass man diesen Plan tatsächlich durchziehen wird. "Die Strafe für den neuen Motor gibt es in Monza", sagte er unmissverständlich.
Für den Lokalmatador und die Fans, die aktuell ihren Landsmann so viel Unterstützung zukommen lassen, wie sie in Italien ansonsten nur Ferrari zugestanden wird, eine bittere Wahl. Allerdings eine, die mit Blick auf die Weltmeisterschaft viel Sinn macht. "Es war eine gemeinsame Entscheidung, denn es ist eine der Strecken, auf denen es am einfachsten ist, zu überholen", so Antonelli.
"Es stimmt zwar, dass es mein Heimrennen ist. Aber am Ende des Tages denke ich an die Meisterschaft und da muss ich bewerten, welcher Ort mir die beste Chance gibt, Positionen aufzuholen und ein gutes Ergebnis zu erzielen. Dafür steht Monza sicher ganz oben auf der Liste", ergänzte er.
Genauere Details über den Umfang der Strafe gab Antonelli nicht preis. Denn theoretisch gibt es für den Einbau des fünften Verbrennungsmotors 'nur' zehn Strafplätze. Es ist allerdings naheliegend, dass Mercedes die Möglichkeit nutzen wird, um gleichzeitig auch die anderen Komponenten zu tauschen, bei welchen man schon am Limit liegt - allen voran die Batterie. Dann würde Antonelli laut Reglement in der Startaufstellung bis ans Ende des Feldes zurückgereiht werden.
In Bezug auf die bereits benutzten Power-Unit-Komponenten befindet sich Teamkollege George Russell in exakt derselben Ausgangslage wie Antonelli. Er teilte noch nicht mit, ob Mercedes auch bei ihm in Monza den Motorwechsel vornehmen wird. Für beide Fahrer des aktuell dominanten Teams in der Konstrukteurs-WM ist es aus dieser Ausgangslage bei einem normalen Rennverlauf wohl nicht möglich, um den Sieg mitzukämpfen.
Toto Wolff hatte neben dem sportlichen Aspekt mit Blick auf die Weltmeisterschaft nach dem Rennen in Budapest noch einen weiteren Grund angeführt, warum bei Antonelli eine Motorstrafe ausgerechnet beim Heimrennen am richtigen Ort kommen würde. Es würde dem aktuell noch 18-Jährigen (in Monza wird Antonelli schon 19 sein) etwas vom mentalen Druck seines Heimrennens abnehmen.



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