Im Gegensatz zu Carlos Sainz unterschrieb Alex Albon bei Williams in der Formel 1 nur einen neuen Vertrag für 2027. Sportlich hat der Thailänder seit der Saisonmitte 2025 bereits deutlich das Nachsehen, doch die fahrerischen Leistungen sind nicht ausschlaggebend für die Länge des Vertrages. Der langjährige Williams-Fahrer fordert vom Team damit viel mehr den Beweis ein, ihm den richtigen Weg aus der Krise aufzuzeigen. Albon sieht sich mit Sainz nach wie vor gleichberechtigt.

"Ich will eine Reaktion sehen. Ich will sehen, was das Team kann, ich will nach diesem Jahr eine starke Antwort sehen", stellt Albon gegenüber Motorsport-Magazin.com klar, dass die Entscheidung für nur ein weiteres Jahr in erster Linie in seinem Interesse ist. Während Carlos Sainz sich fast demonstrativ langfristig an das Team binden will, hält er sich lieber Optionen offen. Darüber hinaus ist das eine Jahr im Kontext seiner langjährigen Partnerschaft mit Williams nicht allzu aussagekräftig.

"Mein Vertrag ist einfach nur eine Verlängerung. Wir hatten jetzt schon seit langer Zeit einen Vertrag, und haben es deshalb einfach dabei belassen. Ich nenne hier in keine Details, es war einfach der richtige Zeitpunkt und ein guter, um zwischen uns beiden zu sehen, wo wir in Zukunft stehen wollen", erklärt der 30-Jährige. Nachdem er 2020 bei Red Bull aussortiert wurde und daraufhin ein Jahr in der DTM antrat, gab ihm Williams 2022 die Chance zum Formel-1-Comeback. In der Folge erwies er sich als Erfolgsgarant des Teams, erhielt nach Nicholas Latifi und Logan Sargeant mit Carlos Sainz 2025 aber erstmals eine echte Messlatte als Teamkollegen.

Alex Albon beteuert Nummer-eins-Status für beide Williams-Fahrer

In der ersten gemeinsamen Saison hatte der alteingesessene Albon bei Williams noch die Oberhand, zur Mitte des Jahres wendete sich das Blatt. Auch 2026 hat Sainz wieder die Nase vorne. Nach Punkten steht es zwar nur 6:5 für den Spanier, doch in den Qualifyings für Rennen und Sprints hat er mit 13:2 die Nase klar vorne. Darüber hinaus holte er bereits vier Top-10-Resultate, Albon nur zwei.

Die Pressemitteilung des Teams verwies zwar auf Carlos Sainz als Teamleader, doch laut Albon habe das vertraglich keine Bewandnis. "Wenn ihr mit den Leuten innerhalb des Teams sprecht, werden wir denke ich als gleichberechtigt betrachtet. Wir werden als zwei Teamleader gesehen", beteuert er. "Ich bin dieses Jahr auch tiefer in der Analyse involviert, was vom letzten auf dieses Jahr schiefgegangen ist."

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Gerade bei der Krisenbewältigung fühlt er sich mit 100 Starts für Williams - den meisten in der Geschichte des Teams, noch vor F1-Legende Nigel Mansell (95 Starts) - in einer starken Position, den Ingenieuren bei der Problemlösung den richtigen Input zu liefern. "Ich habe von den Leuten hier mit den besten Durchblick, weil ich schon so lange hier bin", so Albon. "Aber ich will auch sehen, dass diese Dinge umgesetzt werden. Ich will für das nächste Jahr Änderungen sehen."