Sobald durchgesickert war, dass sich McLaren-CEO Zak Brown mit Verantwortlichen aus dem Verstappen-Lager getroffen hat, überschlugen sich die Schlagzeilen in der Formel 1. Von einem brisanten Geheimtreffen war plötzlich die Rede und davon, dass Oscar Piastri um sein Cockpit bangen müsse. Natürlich waren diese Berichte ein gefundenes Fressen für die Medienrunden in Silverstone.
Während Lando Norris die Spekulationen pragmatisch als Kompliment verbuchte, reagierte Piastri verständlicherweise weniger gelassen. Und Max Verstappen? Der ließ kurzum wissen, dass er keinerlei Lust verspüre, sich an der Silly Season zu beteiligen. Haben die Gerüchte um seine Zukunft also längst eine Eigendynamik entwickelt? Für Zak Brown ist die Antwort ein klares Ja. Schließlich gibt es bei McLaren in absehbarer Zukunft schlichtweg kein freies Cockpit.
Verstappen zu McLaren? Keine freien Cockpits!
"Wir haben zwei Top-Fahrer, die unsere Cockpits besetzen. Ich könnte ihm aktuell also gar keinen Platz in unserem Auto anbieten", stellte Zak Brown unmissverständlich klar. Gleichzeitig ist der US-Amerikaner lange genug im F1-Geschäft, um zu wissen, dass gewisse Medien ein Treffen zwischen Fahrern, deren Management und Teamchefs gern als Hinweis auf Vertragsverhandlungen interpretieren.
"Natürlich werden alle ziemlich aufgeregt, wenn ein Name wie Max ins Spiel kommt, über den ohnehin jeder spricht. Er ist immerhin vierfacher Weltmeister. Aber ich bin mit unserem aktuellen Fahreraufgebot mehr als zufrieden." Auf wiederholte Nachfrage in der offiziellen Teamchef-Pressekonferenz, wie tiefgreifend die Gespräche in Österreich tatsächlich verlaufen seien, schob er der Gerüchteküche einen endgültigen Riegel vor: "Die Gespräche führten nirgendwohin, denn ich habe zwei Fahrer fest unter Vertrag. Es gibt dazu also absolut nichts zu berichten."
Tatsächlich ist es wahrscheinlich, dass die Kontaktaufnahme seitens des Lagers von Max Verstappen primär eine klassische Verhandlungsstrategie gegenüber Red Bull war, um politischen Druck aufzubauen und sich Zusicherungen hinsichtlich der künftigen Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Performance-Sorgen in Woking: Auch McLaren im Hintertreffen
Auch bei McLaren hinkt man den eigenen Ansprüchen derzeit hinterher und steckt alle Hoffnungen in die kommenden Update-Pakete. "Wir haben definitiv noch eine Menge Arbeit vor uns", bestätigte Brown mit Blick auf den MCL40. "Wir müssen unser Auto aerodynamisch weiterentwickeln und gleichzeitig die Charakteristik des aktuellen Mercedes-Motors noch besser verstehen."
Im direkten Vergleich zur Konkurrenz fehlt es dem Boliden bislang vor allem an konstantem Abtrieb und Grip in den schnellen Kurvenpassagen. Das bestätigte sich am Freitagmittag auch im Freien Training (FP1). Gleich mehrfach kam es zu Situationen, in denen sowohl bei Lando Norris als auch bei Oscar Piastri beim Einlenken das Heck ausbrach. "Wir müssen das Auto insgesamt berechenbarer und fahrbarer machen. Es kommen bald einige sehr vielversprechende Neuerungen."
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