Zum vorerst letzten Mal geht es für die Piloten auf die 4,259 Kilometer lange Rennstrecke in Zandvoort. Der Circuit Zandvoort liegt direkt am Meer und feiert dieses Jahr seine 37. Ausgabe. Erstmals fand der Grand Prix offiziell 1952 statt und gehört damit seit über 70 Jahren zur Formel-1-Geschichte.
Nach einer Pause von 1986 bis 2020 kehrte die Traditionsstrecke – vor allem wegen des Hypes rund um Max Verstappen – wieder in den Rennkalender zurück. Dort hielt sie sich bis zu diesem Jahr, allerdings wurde den Veranstaltern das finanzielle Risiko zu groß. Daher verschwindet der Circuit Zandvoort wieder aus dem Kalender. Außerdem findet dieses Jahr auch ein Sprint statt.
Die F1-Strecke: Zandvoort
Was die Streckencharakteristik angeht, erinnert Zandvoort an das letzte Rennen der Königsklasse, nämlich Ungarn. Wie der Hungaroring weist der Circuit Zandvoort 14 Kurven auf. Davon sind zwölf Kurven langsam oder mittelschnell. Nur zwei der Kurven sind schnell. Dabei ist die Strecke oft sehr eng. Daher ist die Safety-Car-Wahrscheinlichkeit mit 60 Prozent recht hoch.
Besonders spektakulär sind die Kurven 3 und 14. Beide sind steil und stellen damit fast ein Novum im Kalender dar. Lediglich der neue "Madring" weist mit der La Monumental ebenfalls eine Kurve mit Steigung auf. Besonders Kurve 3, "Hugenholtz" genannt, bietet mit einer Steigung von 19 Grad spektakuläre Bilder – und spektakuläres Racing. Das zeigte Kimi Antonelli im vergangenen Jahr, indem er sich verschätzte und Charles Leclerc abräumte.
Die Höchstgeschwindigkeit von rund 315 km/h ist auf der niedrigeren Seite. Das liegt auch an der kurzen Start-Ziel-Geraden, die gerade einmal 690 Meter misst. Diese Angabe täuscht allerdings etwas, da die Piloten Kurve 14 schon mit Vollgas nehmen und daher nicht erst ab Beginn der 690 Meter beschleunigen.
Die Belastungen für die Reifen sind trotz niedrigerer Temperaturen erfahrungsgemäß höher als etwa in Ungarn, wo Pirelli die weichsten Reifenmischungen (C3, C4, C5) an die Strecke brachte. Entsprechend stehen den Teams um eine Stufe härtere Mischungen (C2, C3, C4) von Pirelli zur Verfügung. Das dürfte besonders an den mittelschnellen Kurven und den beiden Steilkurven liegen. Dadurch wirken sowohl seitlich als auch vertikal Kräfte auf die Reifen ein.
Niederlande GP: Die Formel-1-Statistik in Zandvoort
Der alleinige Rekordsieger vor dem Wochenende in Zandvoort ist weiterhin Jim Clark mit vier Siegen. Seinen letzten Erfolg feierte der Brite 1967 mit Lotus, das zugleich die meisten Pole-Positions in Zandvoort hält. Allerdings: Max Verstappen könnte mit derzeit drei Erfolgen am Wochenende zumindest gleichziehen. Auch Niki Lauda und Jackie Stewart konnten dreimal in den Nordsee-Dünen gewinnen.
Überraschend: Schon zweimal wurde in Zandvoort die Weltmeisterschaft entschieden. 1978 war es Lotus, 1984 McLaren, die die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft gewannen. James Hunt feierte außerdem seinen ersten Formel-1-Sieg 1975 in Zandvoort. Und, als wäre es Schicksal: Niki Lauda feierte 1985, also zehn Jahre später, seinen letzten Formel-1-Sieg dort.
Tabellen-Statistiken: Niederlande GP in Zandvoort
| Rekord | Fahrer | Konstrukteur |
|---|---|---|
| Siege | Jim Clark (4) | Ferrari (8) |
| Pole-Positions | René Arnoux/Max Verstappen (3) | Lotus (8) |
| Podien | Jim Clark/Niki Lauda (6) | Ferrari (26) |
| Absoluter Streckenrekord | Max Verstappen, 1:08.885 Minuten | Red Bull, 2021 |
| Schnellste Rennrunde | Lewis Hamilton (2021), 1:11.097 Minuten, Durchschnittsgeschwindigkeit: 215,654 km/h | Mercedes, 2021 |



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