Die Heckflügel haben sich beim neuen aerodynamischen Reglement in der Formel 1 2026 zu einer interessanten Spielwiese gemausert. Vor dem nächsten Rennen in Österreich liegen nun alle Blicke auf McLaren. Die Weltmeister kündigen nämlich schon vorab hier neue, experimentelle Entwicklungen an.

Über die letzten vier Wochenenden hatte McLaren davor am ersten großen Update-Paket gefeilt, welches man über Miami und Kanada hinweg eingeführt hatte. Nicht alles davon hatte auf Ansatz geklappt. Ein konzeptueller Wechsel am Frontflügel hatte sich als balancetechnisch schwierig herausgestellt und mehrere Wochen an Checks und leichten Umbauten verlangt, und konnte erst in Barcelona zum ersten Mal auch im Rennen gefahren werden.

Zum Renneinsatz plant McLaren dementsprechend am nächsten Wochenende in Österreich kein großes Update, lediglich kleine Änderungen an den hinteren Bremskühlungen. Die Spannung gilt aber den Trainings am Freitag. Denn in diesen will das Team einen laut eigener Aussage "experimentellen Heckflügel" zum ersten Mal an der Strecke testen.

Dreht McLaren als nächstes Team den Formel-1-Heckflügel um?

Diesbezüglich gibt es schon länger Gerüchte im Fahrerlager, wonach McLaren inzwischen an einem eigenen kopfstehenden Heckflügel bei aktiviertem Straight Mode arbeitet. Laut 'The Race' soll es sich beim McLaren-Experiment nun um genau so ein Konzept handeln.

Ferrari hatte mit dieser gerne als "Macarena-Flügel" bezeichneten Idee, bei der die aktive Aerodynamik beim Aktivieren auf der Geraden den oberen Teil des Heckflügels um 180 Grad auf den Kopf stellt, bei den Testfahrten schon für viel Aufsehen gesorgt. Seit Miami hat Ferrari den Mechanismus im Renneinsatz. Am gleichen Wochenende führte Red Bull seine eigene Variation des Konzepts ein.

Der Macarena-Flügel am Ferrari und am Red Bull
Die in Miami eingeführten Flügel von Ferrari und Red Bull, Foto: IMAGO / UPI Photo

Die beiden es bisher nutzenden Teams folgen der gleichen Grundidee: Ein F1-Flügelelement umzudrehen, sollte in der Theorie den Abtrieb noch deutlicher vermindern, als ihn bloß flach zu stellen und an dieser Stelle sogar Auftrieb generieren. Mechanisch nutzen beide unterschiedliche Ansätze. Ferrari hat den Aktivierungs-Mechanismus in den Endplatten verbaut und rotiert den Flügel auf der Stelle. Red Bull hingegen nutzt nach wie vor einen einzelnen zentralen Mechanismus und rotiert den Flügel nach oben.

Der Rest der Teams ist bisweilen immer noch konservativ unterwegs. Fast alle fahren Konzepte, die dem DRS der letzten Jahre ähneln, indem sie bloß den oberen Teil des Flügels nach oben klappen. Alpine begann die Saison mit einer Variation, bei welcher der Flügel nach unten gedrückt wurde, stellte aber mit einem Update nach ein paar Rennen wieder auf eine traditionelle "DRS-Lösung" um.

Wo kann man das McLaren-Experiment - und alles andere von diesem heißen Wochenende in Österreich - im Fernsehen und im Stream verfolgen? Alle Infos gibt es hier in unserer TV-Übersicht: