Für Tim Tramnitz beginnt in der Saison 2026 ein gänzlich neuer Abschnitt seiner Motorsport-Karriere. Der junge Hamburger hat den Formelsport nach sechs Jahren verlassen und ist in den deutlich kostengünstigeren GT-Bereich gewechselt. Dass der 21-Jährige bei BMW gleich einen Werksvertrag unterschreiben konnte, gilt als gelungene Alternative zur Single-Seater-Karriere.

Tramnitz wird dieses Jahr seine ersten Rennen im BMW M4 GT3 Evo bestreiten. Los geht es in der Endurance-Wertung der GT World Challenge mit dem Auftakt in Paul Ricard (11.-12. April). Der GT-Umsteiger geht für das Team Rowe Racing an den Start und teilt sich das Cockpit mit dem erfahrenen BMW-Werksfahrer Jens Klingmann sowie Ugo de Wilde, einem weiteren Nachwuchstalent.

Tim Tramnitz ehrlich: Geht nicht mehr in Richtung Formel 1 (40:07 Min.)

"Für mich geht es nicht mehr zurück in Richtung Formel 1"

Mit dem Wechsel zu BMW ist die einst große Hoffnung, den Weg in die Formel 1 zu schaffen, allerdings Geschichte. Tramnitz musste sich im Winter neuorientieren, als sich abgezeichnet hatte, dass es nach zwei Jahren in der FIA Formel 3 finanziell knapp werden würde mit dem angepeilten Aufstieg in die Formel 2 - trotz seiner damaligen Zugehörigkeit zum Juniorenkader von Red Bull.

"Ich denke, dass es für mich nicht mehr zurück geht in Richtung Formel 1", sagt Tramnitz im Video-Interview mit Motorsport-Magazin.com. "Wenn man den ganzen Weg durch die Formelserien macht, ist das Ziel, in die Formel 1 zu kommen. Es war aber auch immer mein Traum, die größten Rennen der Welt zu fahren. Diese Möglichkeit habe ich jetzt mit BMW und dafür bin ich unfassbar dankbar."

Tim Tramnitz in der FIA Formel 3
Tim Tramnitz war Deutschlands größte Formel-1-Hoffnung, Foto: IMAGO/PsnewZ

Tramnitz: BMW-Vertrag war Erlösung nach hartem Winter

Tramnitz erhielt im Januar die Gelegenheit, sich bei einem Nachwuchs-Shootout von BMW in Szene zu setzen - und erfüllte diese Aufgabe offensichtlich mit Bravour. Der Werksvertrag beim Autobauer aus München bietet ihm zahlreiche lukrative Möglichkeiten - wenngleich der zerplatzte Formel-1-Traum sicherlich schmerzt. Tramnitz: "Die Möglichkeit, den Sport professionell zu betreiben und meinen ersten Profi-Vertrag zu unterschrieben, war ein besonderer Moment. Und eine Erlösung nach dem harten Winter."

Mit Tramnitz verliert in Deutschland am Boden liegende Formel-Nachwuchssport jedoch auch noch seinen größten Hoffnungsträger. Die Gründe für das Aus liegen auf der Hand: "Ich bin mehr oder weniger das perfekte Beispiel dafür. Im Moment ist es super-schwierig, in Richtung Formelsport zu gehen. Wenn man hört, was schon in der Formel 4 verlangt wird, ist das teilweise das Dreifache von dem, was bei mir vor sechs Jahren der Fall war."

Tramnitz weiter: "Es wundert mich nicht, dass es immer weniger Talente aus Deutschland in diese Richtung schaffen. Talent ist das eine, aber man muss auch Sponsoren oder privates Geld mitbringen, um im Formelsport weiterzumachen. Uns hat es den Weg sehr erschwert, wenn man finanziell nicht so gut aufgestellt ist wie andere."

Tim Tramnitz in der FIA Formel 3
Der Hamburger Tramnitz zählte bis 2025 zum Juniorkader von Red Bull, Foto: Dutch Photo Agency / Red Bull Content Pool

BMW-Neuzugang Tim Tramnitz im großen Interview

Wie Tim Tramnitz mit dem Erfolgsdruck umgegangen ist, wie die Arbeit im Juniorteam von Red Bull läuft und welche Ziele er sich langfristig bei BMW gesteckt hat, erfahrt ihr im ausführlichen Video-Interview (weiter oben in diesem Artikel). Weitere Interviews mit spannenden Gesprächspartnern aus der Welt des Rennsports findet ihr auf unserem YouTube-Kanal 'Motorsport-Magazin News'!