Freud und Leid bei Mercedes im 3. Freien Training zum Australien GP. Während George Russell das Abschlusstraining der Formel 1 überlegen für sich entschied, muss Teamkollege Kimi Antonelli nach einem heftigen Unfall um die Teilnahme am Qualifying fürchten (mehr dazu im Abschnitt Zwischenfälle).
Die Session in Melbourne startete mit 20 Minuten Verzögerung, weil nach einem Unfall in der Formel 3 eine Tecpro-Barriere repariert werden musste. Verkürzt wurde die Qualifying-Generalprobe deshalb aber nicht.
Das Ergebnis: George Russell demoralisierte die Konkurrenz in den letzten Minuten des Trainings, als die Piloten auf den Soft-Reifen für die Qualifikation heute trainierten. 1:19,053 Minuten benötigte der Brite für seine schnellste Runde auf dem Albert Park Circuit und war damit satte sechs Zehntelsekunden schneller als Lewis Hamilton auf Platz zwei.
Angesichts des großen Rückstandes dürfte Platz drei von Charles Leclerc für Ferrari nur ein kleines Trostpflaster sein. Lokalmatador Oscar Piastri landete im McLaren auf Rang vier. Der Schnellste des Freitags hatte bereits eine Sekunde Rückstand auf die Bestzeit. Wenige Tausendstel dahinter reihte sich Isack Hadjar im Red Bull vor seinem Teamkollegen Max Verstappen ein.
Crash-Pilot Andrea Kimi Antonelli landete auf Rang sieben vor Weltmeister Lando Norris und dem erneut starken Gabriel Bortoleto im Audi. Oliver Bearman komplettierte die Top-10. Nico Hülkenberg landete im zweiten Audi auf Rang 14.
Der Aufreger vor dem Start: Im Fahrerbriefing am Freitagabend hatten einige Piloten vor Straight Mode Zone 4 gewarnt. Für sie waren die langgezogenen Kurven vor der Schikane mit dem reduzierten Abtrieb zu gefährlich. Nach langen Beratungen und Analysen entschied die FIA zunächst, Straight Mode Zone 4 zu entfernen.
Kurz vor dem Start des 3. Trainings wurde die Änderung wieder zurückgenommen. Die FIA will weiter Daten sammeln und gegebenenfalls für Qualifying und/oder Rennen reagieren. Bei den Teams hatte die Änderung für großen Unmut gesorgt, schließlich hätte die Last-Minute-Änderung einen großen Einfluss auf das Setup und das Energie-Management gehabt.
Die Zwischenfälle: Gut zehn Minuten vor dem Ende musste das Training unterbrochen werden. Kimi Antonelli hatte in Kurve zwei die Kontrolle über seinen Mercedes verloren und war heftig eingeschlagen. Der Italiener konnte das Auto aus eigener Kraft offenbar unverletzt verlassen, seine Qualifying-Teilnahme ist aber aufgrund des großen Schadens am Auto in Gefahr.
Antonelli überfuhr bei seiner Qualifying-Simulation die Kerbs in Kurve zwei am Scheitelpunkt. Durch die Kerbs verlor der Silberpfeil kurzzeitig die Bodenhaftung, wodurch Antonelli schlagartig das Heck verlor. Er drehte sich und schlug heftig in die Tecpro-Barriere ein. Die Marshalls verrichteten einen hervorragenden Job und sorgten dafür, dass die Qualifying-Generalprobe für die letzten Minuten noch einmal freigegeben werden konnte.
Die Technik: Die Zuverlässigkeitsprobleme vom Freitag setzten sich bei Williams fort. Nach wenigen Minuten blieb Carlos Sainz ohne Vortrieb in der Boxeneinfahrt liegen. Einige Minuten lang versuchte die Rennleitung die Szene mit einem VSC zu lösen, weil Sainz versuchte, das Auto mit einem Reset wieder in Gang zu setzen. Als die Versuche endgültig gescheitert waren, musste die Session kurz unterbrochen werden. Für Sainz war das Training damit gelaufen.
Williams-Teamkollege Alexander Albon blieb später ebenfalls auf der Strecke stehen. Der Thailänder konnte seinen Boliden aber wieder in Gang setzen und weiterfahren. Gar nicht erst am Training teilnehmen konnte Lance Stroll. Erneute Probleme am Honda-Motor verhinderten eine Ausfahrt.
Wo die Technik-Probleme bei Aston Martin liegen, erklärt euch Christian im Video:



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