Die letzte Trainingsbestzeit der F1-Saison 2025 geht an George Russell. Der Mercedes-Pilot fuhr im 3. Freien Training zum Saisonfinale der Formel 1 in Abu Dhabi in 1:23,334 Minuten um den 5,281 Kilometer langen Yas Marina Circuit. Russell ließ damit die WM-Kandidaten Lando Norris und Max Verstappen knapp hinter sich.

Das Training musste nach einem Unfall von Lewis Hamilton fast eine Viertelstunde unterbrochen werden, mehr dazu im Abschnitt Zwischenfälle. Ebenfalls in diesem Abschnitt zu finden: ein Unfall in der Boxengasse zwischen Kimi Antonelli und Yuki Tsunoda.

Das Ergebnis: Wie üblich trainierten die Piloten am Ende der Session allesamt auf Soft-Reifen für das Qualifying heute. George Russell war darauf die Winzigkeit von 0,004 Sekunden schneller als Lando Norris. Auch Max Verstappen war nicht weit weg vom Führungs-Duo: Dem amtierenden Weltmeister fehlte gut eine Zehntelsekunde.

Dahinter sortierte sich Fernando Alonso im Aston Martin auf Rang vier ein. Erst dahinter landete der dritte Titelkandidat: Oscar Piastri landete mit zweieinhalb Zehntelsekunden Rückstand auf Rang fünf vor dem starken Haas-Duo Esteban Ocon und Oliver Bearman, das überraschend vom Franzosen angeführt wurde. Charles Leclerc, Kimi Antonelli und Alexander Albon komplettierten die Top-10.

Sauber, noch die große Überraschung des Freitags, landete mit Gabriel Bortoleto auf Rang 11 und Nico Hülkenberg auf Platz 13.

Die Zwischenfälle: Yuki Tsunoda muss nach dem Training bei den Stewards vorsprechen. Der Japaner stand Lando Norris gefährlich im Weg. Der WM-Leader kam auf einer schnellen Runde in den Hotel-Komplex geschossen, als Tsunoda in Kurve 12 auf der Ideallinie bummelte. Norris musste die Lenkung aufmachen, um einen Unfall zu vermeiden. Die Schuldfrage ist klar, Tsunoda entschuldige sich direkt aus dem Cockpit.

Zur Halbzeit musste das Training für 13 Minuten unterbrochen werden. Lewis Hamilton hatte den Ferrari in der Linkskurve am Ende der zweiten Geraden (T9) verloren. Beim Einlenken brach plötzlich das Heck aus, der Rekordsieger der Formel 1 drehte sich durch die asphaltierte Auslaufzone und schlug schließlich mit Nase und rechter Vorderradaufhängung in die Tecpro-Barriere ein.

"An der Vorderachse ist etwas eingeknickt, dann ist das Heck gekommen", funkte Hamilton noch aus dem Cockpit, in das er anschließend die Einzelteile seines Frontflügels legte. Kurz zuvor hatte Teamkollege Charles Leclerc noch das Fahrverhalten seines Ferrari gelobt: "Das Auto ist so viel besser in Highspeed-Kurven."

Als die Session wieder freigegeben wurde, kam es in der Boxengasse zu chaotischen Szenen, weil alle Teams ihre Piloten zeitgleich auf die Strecke schickten. Ärger gibt es für Mercedes und Kimi Antonelli: Der Rookie fuhr beim Verlassen der Garage in die Seite von Yuki Tsunoda. Antonelli beschädigte sich dabei den Frontflügel, bei Tsunoda nahm der Unterboden Schaden. Der Red-Bull-Pilot konnte deshalb keine Qualifying-Simulation absolvieren. Die Stewards schauen sich die Szene nach dem Training genauso an wie einen Unsafe Release von Alexander Albon.

Die Technik: Nach Analyse der Freitags-Daten entschied sich Pirelli dazu, den Mindestdruck an der Vorderachse zu erhöhen. Von 23,5 PSI ging es um 1,0 auf nun 24,5 PSI nach oben. An der Hinterachse bleibt es bei 21,5 PSI.

Das Wetter: Weil das Qualifying der Formel 1 heute erst um 18:00 Uhr eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang stattfindet, waren die Bedingungen im 3. Freien Training nicht besonders repräsentativ. Im Gegensatz zum 1. Freien Training am Freitag war es noch ein paar Grad wärmer: Auf dem Asphalt wurden knapp 40 Grad Celsius gemessen, die Umgebungstemperatur betrug gut 27 Grad.

Auch wenn Qualifying und Rennen unter Flutlicht stattfinden, es wird heiß im Titelkampf. So heiß, dass man bei McLaren eine Teamorder nicht mehr ausschließt, wie euch Christian im Video verrät:

McLaren doch mit Teamorder? Brown: Werden WM nicht wegwerfen! (09:30 Min.)