Haas brachte beim vergangenen Formel-1-Wochenende in Austin einen in mehreren Aspekten modifizierten Unterboden an die Strecke. Ein Wechsel äußerst spät in der Saison. Die derzeitige Regelgeneration umfasst ja nur noch eine Handvoll Rennen und entsprechend haben eigentlich alle Teams schon auf das kommende Jahr umgestellt. Allerdings sprach Haas von keinem großen Umbau.

Den erhofften positiven Effekt sah das US-Team nur auf einer Garagenseite. Oliver Bearman, der den neuen Unterboden erst nach dem ersten Training ans Auto bekommen hatte, landete auf der neunten Position - ob die Neuerungen dabei eine Rolle spielten sei einmal dahingestellt. Nur ein selbst verschuldeter Dreher trennte ihn am Rennsonntag von noch mehr Punkten. Das Gegenteil war der Fall bei Esteban Ocon.

Esteban Ocon grübelt über Upgrades: Haas instabil

Für den Franzosen verlief der Grand Prix weit unter den eigenen Erwartungen. Trotz oder vielmehr aufgrund des Upgrades? Esteban Ocon nährte vor dem Mexiko-Rennen die Zweifel an dem Unterboden. In schnellen Kurven fühlte sich der Haas instabil an, erklärte Ocon und führte aus: "Es waren die schnellen Abschnitte und schnelle Richtungsänderungen, in denen wir Probleme hatten."

Ein Problem, das bei dem französischen Haas-Piloten eigentlich nicht neu ist, und das ihn schon mehrmals in dieser Formel-1-Saison an einem Grand Prix heimsuchte. Aber das Austin-Wochenende hob sich davon etwas ab.

"Es war eine komische Sache, denn wir hatten das zuvor. Aber wir hatten immer ein klares Verständnis davon, wieso es dazu kam", so Ocon. "Am letzten Wochenende war das ein bisschen kniffliger, denn wir mussten einen viel niedrigeren Frontflügel fahren, verglichen mit den Zahlen, die wir normalerweise auf so einer Strecke fahren sollten – und auch verglichen mit Olli."

Haas-Teamchef: Ocon-Problem - Haas-Upgrade nicht schuld

Haas-Teamboss Ayao Komatsu glaubt nicht, dass das Upgrade für die Probleme von Esteban Ocon verantwortlich ist. Er glaubt, dass es einfach nur eine Fortsetzung dieser ganz bestimmten Schwachstelle seines Fahrers ist. "Ich denke es ist generell etwas, das Esteban sehr schwierig findet. Wenn man sich an Jeddah erinnert, dort war es exakt dasselbe - Highspeed-Richtungsänderung", so der Japaner.

Der unebene Streckenuntergrund auf dem COTA habe seinen Teil dazu beigetragen, dass sich Ocon dort so schwer getan hatte, ist Komatsu überzeugt. "Ich denke nicht, dass es spezifisch um das Upgrade geht. Denn selbst wenn man das Upgrade hat und die Fahrzeug-Charakteristiken verbessert, diese stellen sich nicht plötzlich auf den Kopf", meinte der Teamleiter.

Kurve 5 sei laut Ocon in den USA die problematischste Stelle gewesen, also die zweite Links in den Esses von Sektor 1. In Mexiko gibt es im Mittelsektor zwar auch einige Highspeed-Kurven mit schnellen Richtungsänderungen, aber die Strecke lässt dennoch keinen direkten Vergleich zu. "Wir werden sehen, wie es in Kurve 8 bis 10 läuft, aber normalerweise ist es ein vollkommen anderer [Setup-]Kompromiss. Es ist also keine Strecke, die für einen Back-to-Back-Test großartig ist", meldet Ocon.

Der Hauptfokus auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez liegt auf langsamen Kurven. Vor allem aber bietet die Strecke aufgrund ihrer Höhenalge eine im Formel-1-Kalender einzigartige Kombination aus viel Flügel und langen Geraden.