Die Formel 1 hat durch den Zuwachs an jungen Fans eine neue Zielgruppe gewonnen. Durch die Netflix Serie "Drive to Survive" wurde ein Hype in der Generation Z ausgelöst, wodurch die Formel 1 in dieser Altersgruppe geradezu boomt. Um die jüngere Generation, die kürzere Rennen bevorzugt, bei Laune zu halten, denkt F1-Boss Stefano Domenicali laut über mehr Sprints nach. Auch die klassische Grand-Prix-Distanz von 305 Kilometern steht für ihn zur Diskussion.

Formatänderung wirklich sinnvoll oder nur Vorwand?

Christian Danner weiß, warum der F1-Präsident diese Idee unterstützt. Mit der jüngeren Zielgruppe hat das wenig zu tun. "Logisch will er so viele Sprints wie möglich haben. Damit lässt sich mehr Geld verdienen als mit einem freien Training", erklärt Danner. Der Sprint an sich ist wenig spannend. "Da fahren alle los und eigentlich passiert nichts. Entsprechend gibt es Fans, die ein Training inklusive Analyse cooler finden", sagt der F1-Experte.

Trotzdem erkennt er den Vorteil eines einstündigen Rennens gegenüber einem Freien Training. "Deswegen, in Gottes Namen, lass sie fahren", so Danner. Vehement spricht er sich hingegen gegen eine Änderung des Rennformats am Sonntag aus.

Großer Preis soll auch "groß" bleiben

"Ein Grand Prix ist eben kein Sprint. Ein Grand Prix ist eine richtige fette Distanz von 300 Kilometern. Ich finde das eine sehr gute Distanz", sagt Danner. "Wenn man das mit anderen Sportarten vergleicht, ist es durchaus ein Zeitraum, über den sich ein Zuschauer fröhlich konzentrieren und amüsieren kann, ohne dass man jetzt gleich reagieren müsste."

Die Generation Z ist bekannt, für ihre kurze Aufmerksamkeitsspanne. Domenicali will durch kürzere Rennen und vermeintlich aufregendere Formate die Aufmerksamkeit der jungen Zielgruppe in der Formel 1 halten. Ob dies im Wohle des Sports steht, sei dahingestellt.

Danners Fazit jedenfalls lautet: "Auch in der Länge liegt die Würze, nicht nur in der Kürze." Der Granz Prix sollte, seinem Namen entsprechend, ein Rennen mit ordentlicher Distanz bleiben.

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