Oliver Bearman steht nach seinem Zusammenstoß mit Carlos Sainz im Italien Grand Prix kurz vor einer Rennsperre. Insgesamt zehn Strafpunkte stehen für den Haas-Pilot nach dem Rennen in Monza zu Buche. Zwei Punkte mehr und der junge Brite muss für ein Wochenende aussetzen.
Crash in Runde 40
In der 40. Runde des Grand Prix von Italien will Bearman seine Position verteidigen, Sainz greift ihn außen herum an. Sainz touchiert mit seinem linken Hinterrad das rechte Vorderrad des Haas-Piloten und beide Boliden drehen sich. Ein unglücklicher Vorfall, der Bearman die Chance auf einen Punkterang kostet.
Die Stewards berufen sich im Vorfall auf das "Right of Way" und erteilen Bearman eine 10- Sekunden-Strafe sowie zwei Strafpunkte. Sainz hingegen entgeht einer Sanktionierung. Für F1-Experte Christian Danner ist er an der Kollision nicht so unschuldig, wie es auf dem Papier erscheint.
Für Danner klar: Schuld liegt nicht beim Rookie
"Diese Aktion hat ihm [Sainz] einmal mehr eine Kollision beschert, auch wenn er hinterher dann nicht belangt wurde. Aber es ist ja trotzdem so, dass der Sainz fast jedes Rennen mindestens eine, meistens zwei Karambolagen hat", erklärt Danner.
"Vom reinen Rennablauf und von der Rennintelligenz her muss ich ganz ehrlich sagen, das ist eine Nummer, die geht zu 80% schief", so der F1-Experte. "Und da muss man sich halt überlegen: Will ich das? Verlasse ich mich auf mein Right of Way? Im Wissen, dass der andere gar nichts anders machen kann als da zu sein, wo er ist. Der kann sich nicht in Luft auflösen. Oder suche ich mir vielleicht mal einen besseren Platz zum Überholen."
"Das ist schon eine Macho-Art zu überholen und zu zeigen: 'Du Kleiner, du geh mal weg hier, das ist meine Kurve.' Nicht sehr schlau", findet Danner. "Die Strafe an sich ist halt so, wie sie ist. Da müssen wir damit leben, weil die Stewards natürlich nach irgendwas ihre Entscheidung treffen müssen."
FIA am Zug: Reglement muss geprüft werden
Eines steht fest: Die Driving Standards müssen im Winter sorgfältig von der Rennleitung und FIA geprüft und im Zweifel angepasst werden.
"Es passiert ja oft, dass der, der überholen will, sich in eine unmögliche Situation bringt, nur um dort zu sein, wo er sein darf, um Right of Way zu haben. Also damit ihm die Kurve gehört", erklärt Danner. "Aber ich bin mir sicher, diese ganzen Driving Standards werden gegen Ende der Saison noch mal auf den Prüfstand gestellt."



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