Die Formel 1 befindet sich wirtschaftlich in einer Boom-Periode, und in den letzten Jahren nutzten das fast alle Teams für Millionen-Deals um Titel-Sponsoren. Bis auf McLaren. Trotz des Wandels vom Mittelfeld-Team zur Weltmeister-Mannschaft ließ sich Sportchef Zak Brown lange Zeit, ehe er und seine Truppe vor dem Zandvoort-Wochenende jetzt einen monumentalen Deal präsentieren.

Mastercard wird ab 2026 offiziell Titelsponsor werden, und in den Starterlisten McLaren zum "McLaren Mastercard Formula 1 Team" machen. Das Kreditkarten-Unternehmen ist schon seit Monaten Sponsor, jetzt hat Brown eine dem Vernehmen nach gigantische Erweiterung der Partnerschaft ausverhandelt.

Per 'The Athletic' zahlt Mastercard im Rahmen des Deals, der bis in die 2030er laufen soll, pro Jahr rund um die 100 Millionen US-Dollar. Damit dürfte die Partnerschaft die teuerste im F1-Feld sein, noch umfangreicher als die von Technik-Gigant Oracle mit Red Bull oder Hardware-Bauer HP mit Ferrari.

Comeback als F1-Titelsponsor: Erinnerungen an die Mastercard-Lola-Blamage

Für Mastercard ist die McLaren-Partnerschaft ein Comeback in der Formel 1. 1997 war das Team schon als Titelpartner aufgetreten. Unter letztendlich äußerst peinlichen Umständen. Man sponserte das neu aufgebaute F1-Team des bis dahin reputablen Motorsport-Unternehmens Lola. Ein Team, welches sportlich ein völliges Desaster war.

Die Mastercard-Lolas von Vincenzo Sospiri und Ricardo Rosset beendeten das Qualifying des Saisonauftakts in Australien mit 11,603 respektive 12,717 Sekunden Rückstand - zu langsam, um sich für das Rennen zu qualifizieren. Kurz vor dem zweiten Rennen in Brasilien zog Lola die Nennungen zurück, dann wurde das ganze Programm beendet, und nur wenige Wochen darauf schlitterte der Konzern, der davor jahrelang als einer der besten Chassisbauer der Motorsport-Welt gegolten hatte, in die Pleite.

McLaren verspricht: Papaya bleibt auch mit Mastercard

So eine Blamage dürfte Mastercard mit McLaren, die aktuell auf Kurs zu beiden 2025er-Titeln sind, 2026 wohl kaum passieren. Die Partnerschaft wirkt fast wie eine Vollendung von Zak Browns jahrelanger Arbeit, um möglichst viele und qualitativ ansprechende Sponsoren zu finden. Zu Browns größten Sponsor-Deals der letzten Jahre zählten unter anderem Google und OKX.

"Wir wollten den richtigen Partner, mit dem richtigen langfristigen Einsatz, mit den gleichen Werten wie McLaren, und eine Marke, die abseits der Strecke noch etwas ergänzt", beschreibt es Brown am Mittwoch bei einem Launch-Event in Amsterdam. Zusammen plant man diverse Fan-Initiativen, unter dem Banner "Team Priceless".

In Sachen Auto-Design soll sich nicht viel ändern, verspricht Brown. Die orange-rote Farbgebung lässt sich ohnehin besser in das Papaya-Design von McLaren integrieren - anders etwa als das Weiß-Blau von Ferraris Titelsponsor HP. Deren Kompromiss-Lackierung der letzten Monate ist unter Fans durchwegs unbeliebt.

Diese Millionen-Deals bleiben in der aktuellen Formel 1 weiterhin die Regel. Der Aufschwung hat viele kommerzielle Partner in die WM gelockt. Auch die kleineren Teams des Verfolgerfeldes haben in den letzten Jahren wieder Titelsponsoren abgesichert.