Bloß nicht das Auto crashen. Das war die wichtigste Aufgabe, die Alex Dunne in seinem ersten Formel 1-Einsatz für McLaren hatte. Der Ire bewältigte diese Aufgabe nicht nur, sondern legte eine beeindruckende Performance an den Tag. Nur 0,224 Sekunden fehlten ihm auf die Bestzeit von Mercedes-Pilot George Russell in Österreich.

McLaren-Rookie: Überrascht vom eigenen Speed

Nur 69 Tausendstel trennten WM-Leader und zweiten McLaren-Piloten Oscar Piastri auf Rang drei und Dunne. Seine viertbeste Rundenzeit von 1:05.766 Minuten sorgte nicht nur in den eigenen Reihen für hochgezogene Augenbrauen. "Ich war selbst überrascht, wie stark meine Pace war. Ich fuhr ein anderes Programm und auch meine Soft-Reifen hatten schon einige Runden drauf", erklärte der 19-jährige Ire. Nach der Session ließ er im Team-Funk seinen Emotionen freien Lauf und bedankte sich bei McLaren dafür, dass sie den "Traum eines kleinen Jungen wahr werden" ließen.

24 Stunden später hatte er sich wieder gefasst und verriet in seiner Spielberg-Medienrunde: "Es war ein besonderer Moment, an den ich mich für immer erinnern werde." Besonders eine Situation wird ihm in Erinnerung bleiben. "Ich stand in der Boxengasse und wartete darauf, dass die Ampel auf Grün schaltet. Ich stand währenddessen hinter Lewis Hamilton, das war schon ziemlich cool." Sein Trainingsprogramm bestand am Freitag vor allem darin, Daten auf dem 4,3 km langen Red Bull Ring zu sammeln. Entsprechend war sein MCL39 zu Beginn der Saison mit Aero-Rakes ausgestattet. Im Verlauf der Session wurden die Messinstrumente entfernt, trotzdem war Dunne nicht auf eine Zeitenjagd aus.

Formel-1-Auto leichter als F2 zu fahren

"Ich war auf dem gleichen Satz Soft-Reifen wie zu Beginn der Saison als wir auf Quali-Runden gewechselt sind. Mein Programm war ein typischer Performance-Run, d.h. ich bin mehrere Runden hintereinander gefahren, um Daten zu sammeln. Im FP2 hat man gesehen, dass die typische Vorgehensweise war: rausfahren, pushen, die Reifen abkühlen lassen und dann noch einmal pushen", erzählte Dunne, der in der Formel 2 für Rodin Motorsport antritt. Der Wechsel vom F2- auf einen F1-Boliden fiel ihm überraschend leicht. Das hat seiner Meinung nach einen einzigen Grund: Grip.

"Ein F1-Auto besitzt so viel Grip, dass es sich für einen Fahrer wie mich, der nicht jede Woche im Cockpit sitzt, anfühlt, als hätte das Auto unbegrenzte Möglichkeiten", verriet der 19-Jährige. Bisweilen fuhr er nur einen McLaren aus dem Jahr 2023 bei TPC-Tests, den aktuellen MCL39 kennt er lediglich aus dem Simulator. "Ich habe mich an das Auto viel schneller gewöhnt als ich erwartet hätte", so Dunne. Für ihn hat McLaren einen großen Teil an seiner starken Zeit in FP1 beigetragen. Das Team hätte ihn perfekt auf seinen Trainingseinsatz vorbereitet.

"Die Performance im Training hat definitiv mein Selbstvertrauen gestärkt und es zeigt, wie viel Erfahrung ich bei McLaren sammeln konnte. All die Arbeit, die ich in letzter Zeit mit ihnen gemacht habe – ob Test oder Simulator – hat mich zu einem besseren Fahrer gemacht", erklärte Dunne und fügte hinzu: "Ich glaube, dass ich mich dieses Jahr massiv verbessert habe." Obwohl der 19-jährige Ire bei seinem F1-Einsatz gezeigt hat, dass er konkurrenzfähig ist, steht hinter seiner Zukunft trotz allem ein großes Fragezeichen.

McLaren? Formel E? Zukunft von Dunne offen

Lando Norris und Oscar Piastri haben langfristige Verträge bei McLaren. Bleibt für Dunne also nur die Formel E? "Es ist eine interessante Rennserie, aber mein Ziel ist ganz klar die Formel 1", stellte Dunne klar. Aktuell führt er in der Formel 2 die Meisterschaft an. Gewinnt er den Titel, wäre der nächste logische Schritt die Formel 1.

Wie seine Chancen stehen, kann Dunne nicht sagen. "Das liegt außerhalb meiner Kontrolle. Ich kann mich nur darauf konzentrieren, in der Formel 2 die Meisterschaft zu gewinnen, und wenn ich, wie gestern, eine Chance im FP1 bekomme, dann muss ich einen guten Job erledigen. Wenn ich weiterhin gute Arbeit leiste, wird sich hoffentlich eine Chance in der Formel 1 für mich ergeben", so Dunne.

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