In sechs Jahren bei der ruhmreichen Scuderia Ferrari eignete sich Rubens Barrichello einen speziellen Ruf an. Er ist für viele F1-Fans und Beobachter der Inbegriff des Wasserträgers, der Nummer 1B, des Piloten neben dem siebenfachen Champion Michael Schumacher.
Dennoch sagt der neunmalige GP-Sieger nach sechs Jahren Ferrari nicht, dass er dort seine Zeit verschwendet hätte. Stattdessen betont er: "Es war die beste Zeit meines Lebens."
Schließlich wären in dieser Zeit seine beiden Kinder geboren worden, er weitestgehend mit dem schnellsten Auto des Feldes gefahren und habe er viele Freunde im Team gefunden. Trotzdem ist er nach seinem Abschied aus Maranello nicht traurig. Im Gegenteil: "Ich bin nicht traurig. Ich mache einfach nur weiter."
Allerdings würde er bei seinem neuen Arbeitgeber Honda natürlich lieber an die erfolgreichen Jahre von 2000 bis 2004 anknüpfen, anstatt erneut eine so schwierige Saison wie 2005 zu erleben. Allerdings weiß Rubens genau, dass "ein Kampf immer ein Kampf" bleibt. "Manchmal geht es um Rang 10, manchmal um den Sieg."
Er selbst glaubt jedenfalls noch immer fest an sein "Talent" und seine Chance mehr Siege zu holen und letzten Endes den WM-Titel zu gewinnen. "Michael hat vielleicht etwas mehr Talent, aber wenn man uns beide mit einem Löwen in einen Käfig sperren würde, dann verspreche ich, dass ich ziemlich lebendig herauskommen würde!"
Damit möchte Barrichello allerdings weder sagen, dass er der bessere Löwendompteur noch der langsamere Fahrer ist. "Wenn ich sage, dass Michael etwas mehr Talent hat, dann meine ich, dass er anders mit dem Auto umgeht. Andererseits kann ich Dinge mit dem Auto anstellen, die er nicht kann. Ich meine aber keinesfalls, dass er schneller als ich ist."
Trotzdem spricht die Statistik eine klare Sprache: Michael Schumacher hat 7 Titel und 84 Rennen gewonnen. Rubens Barrichello durfte hingegen noch keinen Titelgewinn und nur 9 GP-Siege feiern.
"Natürlich kann man sagen, dass er sieben Titel hat und ich noch keinen", gesteht er gegenüber Autosport ein. "Aber wenn man uns gleichzeitig in ein neues Team stecken und das gleiche Material und die gleiche Unterstützung geben würde, dann würde ich sehr gut abschneiden. Ich könnte dann genauso oft Weltmeister werden wie er..."



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