Im Rennen blieb der Regen bei der Formel 1 in Miami fern - und das waren keine guten Nachrichten für die Konkurrenz von McLaren. Oscar Piastri und Lando Norris mussten zwar harten und langen Widerstand von Max Verstappen brechen, aber dann fuhren sie dem Rest der Welt um über eine halbe Minute davon.

Der Sieger: Nur von P4 war Oscar Piastri gestartet, doch am Start profitierte er erst von einem kleinen Scharmützel zwischen Verstappen und Norris, und kämpfte sich in den ersten Runden dann an Kimi Antonelli und schließlich an einem harten Widerstand leistenden Verstappen vorbei in Führung. Dann fuhr er weg, und kontrollierte das Rennen bis ins Ziel für seinen vierten Saisonsieg.

Das restliche Ergebnis: Lando Norris verlor das Rennen letztendlich, weil er erst am Start von Verstappen rausgedrängt wurde, und sich dann wieder von P6 zurückkämpfen musste. Auch er brauchte mehrere Anläufe, bis er Verstappen knackte. Aber der Red Bull war unterlegen. Verstappen verlor aufgrund eines ungünstigen Virtuellen Safety Cars nach dem Boxenstopp dann auch noch sein Podium an George Russell und wurde nur Vierter.

Ein sensationeller Alex Albon kämpfte auf der Strecke Kimi Antonelli nieder und belohnte starke Williams-Pace mit einem fünften Rang. Hinter Antonelli liefen Charles Leclerc und Lewis Hamilton ein. Einzige Ferrari-Errungenschaft: Sie konnten Carlos Sainz hinter sich halten. Und lieferten aufgrund von rundenlangem Teamorder-Ärger mehr Funk-Gold. Sainz und Yuki Tsunoda komplettierten die Top-10.

Die Highlights vom Formel-1-Rennen in Miami

  • McLaren im Rennen völlig untastbar
  • Norris verliert zu viel Zeit und Plätze wegen Verstappen
  • Spektakuläre Abwehrschlacht von Verstappen in unterlegenem Red Bull
  • Alex Albon fährt auf Niveau von Red Bull & Mercedes
  • Zweimal Teamorder & Ärger mit beiden Ferrari-Fahrern
  • Sainz rammt Hamilton in der letzten Runde

Formel 1 - WM-Stand 2025: Oscar Piastri baut WM-Führung mit viertem Sieg aus

Die WM-Tabelle: Mit seinem dritten Sieg in Serie baut Piastri seine WM-Führung auf Norris auf 16 Zähler aus. Verstappen hat nun bereits 32 Punkte Rückstand. McLarens Führung in der Team-WM auf Mercedes hat 100 Punkte überschritten. Williams sammelt zwölf gute Punkte und setzt sich vom Rest des F1-Mittelfeldes ab.

Vor dem Start: Hatte es drei Stunden vorher noch geschüttet, so war es zu Rennbeginn fast komplett trocken. Mit 30 Prozent war die Regenwahrscheinlichkeit offiziell recht niedrig, aber richtig sicher war sich bei der Prognose niemand. George Russell, Lewis Hamilton, Liam Lawson, Nico Hülkenberg, Fernando Alonso, Oliver Bearman und Pierre Gasly setzten auf Hard. Der Rest startete auf Medium.

Max Verstappen räumt am Start fast Lando Norris ab

Der Start: Weg kam Max Verstappen gut, aber in der ersten Kurve verbremste er sich und öffnete die Tür für Norris. Außen versuchte sich der McLaren in Kurve 2 durchzusetzen, aber Verstappen kam quer aus der Kurve und zwang Norris in die Auslaufzone. So schlüpften Antonelli, Piastri, Russell und Albon vorbei an Norris, der am Funk sofort beklagte: "Was soll ich da machen? Ich war komplett neben ihm!" Die Stewards ermittelten jedoch nicht.

Im Hinterfeld kollidierten in der ersten Kurve währenddessen Liam Lawson und Jack Doohan. Der Alpine war zu schwer beschädigt, Doohan musste eine halbe Runde später abstellen und löste damit ein kurzes Virtuelles Safety Car aus. Beim Neustart war Piastri sofort dran an Antonelli und übernahm hin zu Kurve 2 den zweiten Platz. Norris schnappte sich weiter hinten P5 von Albon, in Runde 7 mit einem brutalen Manöver in Kurve 4 P4 von Russell und in Runde 9 mit DRS in Kurve 11 P3 von Antonelli.

Wahnsinns-Fight zwischen Verstappen und beiden McLaren

Schnell wurde klar, dass Verstappen im Trockenen die McLaren-Pace nicht gehen konnte. Piastri machte sofort Druck - doch Verstappen hatte nichts zu verschenken. Vier Runden lang wehrte er mehrere Attacken des McLaren ab, ehe er sich in der ersten Kurve verbremste und Piastri durchschlüpfte.

Das harte Duell hatte Norris rankommen lassen. Und Verstappen eröffnete die nächste Defensiv-Schlacht. Wieder schaffte er es vier Runden lang, alle Attacken abzuwehren. Einmal übertrieb es Norris, in Kurve 11 rutschten beide raus, er musste den Platz zurückgeben. Erst in Runde 18 drängte er sich in Kurve 1 vorbei. Das brutale Duell war ein riesiges Geschenk für Piastri, der in diesen vier Runden ganze neun Sekunden Vorsprung aufbaute.

Bearman-Defekt schenkt George Russell dritten Platz

In Runde 26 trat Antonelli die Stopps der Spitzengruppe los, ihm folgten Sainz, Verstappen und Albon. Dann rollte in Runde 28 Oliver Bearmans Haas mit Defekt aus und sorgte für das zweite Virtuelle Safety Car des Tages. Das schenkte Piastri, Norris und Russell Stopps zum Billig-Tarif. Perfekt für Russell, der direkt vor Verstappen auf P3 zurück auf die Strecke kam.

Der Williams unterstrich nach dem Neustart starke Pace, die Alex Albon und Carlos Sainz schon im ersten Stint gezeigt hatten. Raus aus dem VSC bremste sich Albon in Kurve 1 an Antonelli vorbei auf P5. Dahinter schnappte sich fast zeitgleich Sainz den siebten Platz von Charles Leclerc. Die Ferrari waren damit nur mehr auf P8 und P9. Lewis Hamilton hatte überhaupt 23 Runden gebraucht, um an Esteban Ocon vorbeizukommen.

Teamorder-Stunk bei Ferrari im Kampf um P7

Ein weiteres VSC für einen ausrollenden Gabriel Bortoleto sorgte für etwas bessere Ferrari-Laune. Leclerc kam beim Neustart besser weg und duellierte sich mehrere Kurven lang mit Sainz. Letztendlich setzte er sich nicht nur durch, sondern ermöglichte es auch Hamilton, mit durchzuschlüpfen. Sainz fiel damit auf P9 zurück, blieb aber gefährlich nahe. Daraufhin bat Ferrari Hamilton, hinter Leclerc im DRS zu bleiben.

Hamilton freute das nicht: "In China bin ich euch entgegengekommen!" Die Box fügte sich und orderte in Runde 38 schließlich Leclerc, Hamilton P7 zu überlassen. "Macht doch noch eine Teepause", maulte Hamilton. In den folgenden Runden begann nun Leclerc zu jammern: "Sagt Lewis, er soll schneller machen, ich bin in seiner Dirty Air."

Das Thema zog sich rundenlang weiter hin. Immer wieder beklagte Leclerc, dass der sich nicht absetzende Hamilton ihn wieder den siebten Platz zurückgeben solle. In Runde 52 orderte die Box schließlich den Rücktausch. Hamilton ließ sich damit eine Runde Zeit, ließ Leclerc dann wieder vorbei und funkte schnippisch: "Soll ich Sainz auch noch vorbeilassen?"

Sainz versuchte es in der letzten Runde noch mit der Brechstange und rammte Hamilton in der letzten Haarnadel. Wie durch ein Wunder konnten beide Fahrer weiterfahren und die Plätze 8 und 9 über die Linie bringen. Der Zwischenfall wird noch untersucht. Yuki Tsunoda rettete den zehnten Platz trotz einer 5-Sekunden-Strafe für zu schnelles Fahren in der Boxengasse vor Isack Hadjar.