Die Formel 1 ist zurück aus der Herbst-Pause. Beim ersten und einzigen Freien Training des Sprint-Wochenendes in Austin zeigte sich Ferrari überraschend stark. Carlos Sainz fuhr in 1:33,602 Minuten Bestzeit auf dem 5,513 Kilometer langen Circuit of the Americas und ließ damit Teamkollege Charles Leclerc minimal hinter sich. Die Titelrivalen Max Verstappen und Lando Norris landeten innerhalb weniger Tausendstelsekunden. Lewis Hamilton sorgte mit einem Highspeed-Abflug für einen Schreckmoment [siehe Zwischenfälle].

Das Ergebnis: Die Bestzeiten wurden als Vorbereitung für das Sprint-Qualifying allesamt auf den Soft-Reifen erzielt. 0,021 Sekunden war Carlos Sainz darauf schneller als Ferrari-Teamkollege Charles Leclerc. Mit zweieinhalb Zehntelsekunden ordnete sich Max Verstappen auf Rang drei ein. Der Red-Bull-Pilot fuhr seine schnelle Runde auf den Soft-Reifen aber deutlich früher als die Konkurrenz.

USA GP 2024 1. Training

Lando Norris war im McLaren nur 0,013 Sekunden langsamer als sein Titelkontrahent. Wenig dahinter sortierte sich Oscar Piastri im zweiten McLaren ein. Lewis Hamilton wurde nach seinem Abflug mit knapp vier Zehntel Rückstand noch Sechster, Teamkollege George Russell direkt dahinter Siebter. Kevin Magnussen, Fernando Alonso und Yuki Tsunoda komplettierten die Top-10, Nico Hülkenberg wurde Elfter.

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Die Zwischenfälle: Pierre Gasly sorgte mit einem kleinen Dreher in Kurve 1 für eine kurze Gelb-Phase. Der Alpine-Pilot verlor beim Einlenken auf der Bremse das Heck und drehte sich, konnte aber sofort weiterfahren.

Für einen großen Schreckmoment sorgte Lewis Hamilton: Der Mercedes-Pilot ging in Kurve 4 am langsam fahrenden Nico Hülkenberg vorbei und fuhr dabei etwas weiter innen über den Kerb. Dabei setzte sein Unterboden heftig auf, der Mercedes brach sofort aus und Hamilton konnte den Gegenpendler nicht mehr abfangen.

Der Silberpfeil schlitterte mit stehenden Reifen quer durch die asphaltierten Auslaufzonen der Esses, wo ausreichend Geschwindigkeit abgebaut wurde, um einen Einschlag zu verhindern. Hamilton konnte zurück an die Box fahren, doch der Reifensatz war hinüber.

George Russell bekam von den Problemen seines Teamkollegen auf der Strecke mit und fragte bei seinem Ingenieur nach: "Hatte Lewis einen Dreher in Kurve 4? Ich hatte dort auch einen großen Moment." Bei Russell setzte das Auto aber nicht ganz so stark auf der Bodenwelle auf, er konnte den Silberpfeil noch abfangen. Kurz darauf drehte sich Russell aber beim Rausbeschleunigen aus Kurve 1.

McLaren-Fahrer Oscar Piastri
Oscar Piastri konnte einen Einschlag nur knapp verhindern, Foto: LAT Images

Kurz vor dem Ende der Session sorgte Oscar Piastri für eine kuriose VSC-Phase. Der McLaren-Pilot nahm bei der Einfahrt in die Boxengasse zu viel Schwung für die enge Linkskurve. Um eine Kollision mit der Boxenmauer zu vermeiden, musste er die Lenkung aufmachen und wieder zurück auf die Strecke fahren. Dabei fuhr er den Poller am Boxeneingang um, weshalb die Rennleitung kurz VSC ausrufen und die Boxengasse sperren musste.

Die Technik: Mit Spannung wurden die letzten großen Updates des Jahres erwartet. Red Bull brachte dabei weniger als von vielen erwartet. Ein neuer Unterboden wurde mit einer tieferen Motorabdeckung gepaart, die eine Weiterentwicklung der Ungarn-Variante darstellt.

McLaren hingegen brachte viele Kleinigkeiten, aber wieder keinen neuen Unterboden. Vom neuen Frontflügel gibt es aber nur ein Exemplar, das im Training noch für back-to-back-Tests zwischen Norris und Piastri getauscht wurde, für das restliche Wochenende aber dem WM-Aspiranten zur Verfügung steht. Erwartungsgemäß brachte Ferrari als einziges Top-Team keine neuen Teile, Mercedes hingegen das größte Update-Paket samt neuer Seitenkästen und neuem Unterboden.

Bei seinem Formel-1-Comeback bekam Liam Lawson gleich einen neuen Motor an sein Racing-Bull-Chassis geschraubt. Weil es sich beim neuen Honda-V6 samt allen Anbauteilen bereits um das fünfte Exemplar in der laufenden Saison handelt, muss Lawson am Sonntag vom letzten Startplatz aus ins Rennen gehen.

Das Wetter: Während dem Autor während des Verfassens dieser Zeilen im großzügig klimatisierten Medienzentrum die Finger einfroren, herrschten draußen auf der Strecke perfekte Trainings-Bedingungen. Das Quecksilber stieg auf 25 Grad Umgebungstemperatur, auf dem Asphalt wurden 36 Grad gemessen. Für das restliche Wochenende und für das Sprint-Qualifying heute (16:30 Uhr Ortszeit/23:30 Uhr MESZ) sind noch ein paar Grad Celsius mehr angesagt.