Renault, McLaren, Honda, BMW Sauber, Red Bull Racing und Scuderia Toro Rosso: So lauten die Kundenteams der Franzosen von Michelin. Am Ende des Jahres 2006 müssen sich alle sechs Rennställe einen neuen Reifenhersteller suchen. Denn Michelin verabschiedet sich nach der kommenden Saison aus der Königsklasse.

"Diese Entscheidung ist das Ergebnis tiefgreifender Differenzen zwischen der auf Wettbewerb ausgerichteten Sportphilosophie von Michelin und dem Weg, wie die Formel 1 von der Sporthoheit reguliert wird", begründet Edouard Michelin, Vorstandsvorsitzender der Michelin Gruppe, den F1-Ausstieg seines Unternehmens.

"Ein klares und transparentes Umfeld, das ein langfristiges Engagement rechtfertigen würde, ist nicht länger gegeben. Michelin stellt sich seit 117 Jahren dem motorsportlichen Wettbewerb, dies wird sich auch nach dem Verlassen der Formel 1 nicht ändern. Sollte sich die Art und Weise, wie die Formel 1 geleitet wird, signifikant ändern, wird Michelin nicht zögern, den Grand Prix-Teams erneut eine Partnerschaft anzubieten."

Beim neuen Honda Racing F1 Team sieht man dem Abschied der Franzosen aus Clermont-Ferrand mit einer Träne im Auge entgegen: "Wir sind traurig, dass unser Reifenpartner Michelin sich dazu entschlossen hat die F1 am Ende der nächsten Saison zu verlassen", erklärte Teamboss Nick Fry. "In den letzten drei Jahren genossen wir eine sehr starke Partnerschaft und teilten viele besondere Momente."

Während man den Ausstieg der Michelin-Männchen als "traurigen Verlust für den Sport" ansieht, verstehe man aber auch die Gründe der Franzosen. "Wir möchten Michelin danken und freuen uns auf unser gemeinsames Abschiedsjahr. Aus unserer Sicht werden wir alles geben um sicher zu stellen, dass die nächste Saison für uns und Michelin besonders erfolgreich wird."

Auch Edourad Michelin betonte, dass man 2006 noch einmal mit voller Kraft und Energie Gas geben werde: "Wir werden auf jeden Fall sicherstellen, dass unsere Partner auch im kommenden Jahr wieder die größtmögliche Unterstützung und die besten Grand Prix-Reifen erhalten werden, um erneut gewinnen zu können - so wie sie es seit unserem Einstieg 2001 von uns gewohnt sind", kündigte er an.

"Wir hätten unser Engagement in der Formel 1 gerne auf einer langfristigen Basis fortgesetzt. Die enge Zusammenarbeit mit unseren Partnern und die technologische Herausforderung, die diese Rennklasse stellt, hat sich als fruchtbare Quelle für einen regen Austausch sowie für Innovationen und Fortentwicklungen erwiesen. Dafür möchten wir allen Partnern ausdrücklich danken."