So viel steht fest: Super Aguri F1 hat die 48 Millionen FIA-Kaution zu spät überwiesen, steht deshalb nicht in der offiziellen FIA-Starterliste für 2006 und benötigt nun die Zustimmung aller 10 Konkurrenzteams, um in der nächsten Saison trotzdem an den Start gehen zu dürfen.

Aber wer ist dafür verantwortlich, dass die Japaner bislang noch keine 10 Zusagen erhalten haben? Bislang ging man davon aus, das nur MF1 Racing aus Angst vor einem Verlust überlebenswichtiger Preis- und TV-Gelder seine Zustimmung verweigert hat.

Jetzt klärte MF1-Geschäftsführer Colin Kolles aber auf: "Wir überprüfen die Situation noch, aber wir haben bislang weder ja noch nein gesagt." Stattdessen schob er den schwarzen Peter munter weiter: "Es gibt momentan noch andere F1-Teams, die das Thema abblocken. Wir sind es aber derzeit nicht."

Da Midland mit Toyota-Aggregaten antritt, liegen die japanischen Erzrivalen des Honda-Kundenteams als nächster Miesepeter nahe. Aber auch die Köln-Marsdorfer dementierten in Person von TMG-Präsident John Howett: "Wir unterstützen alle neuen Teams", betonte Howett gegenüber Autosport. "Toyota Motorsport hat seine Position schriftlich klar gemacht und das haben wir auch an das Midland F1 Team weitergeleitet."

Wenn also weder MF1 noch Toyota ein Gegner des elften Teams sind, wer ist es dann? Vielleicht Ferrari und Williams? Wenn man angeblichen "hochrangigen Quellen" Glauben schenken darf: Ja. Diese hatten allerdings auch berichtet, dass Bernie Ecclestone Midland dazu gezwungen habe die Zustimmung zu verweigern, da er auf diese Weise Honda aus dem GPMA-Lager der fünf Hersteller herausbrechen möchte.

Gegen diese Meldungen spricht jedoch, dass Bernie Ecclestone himself momentan alle Hebel in Bewegung setzen soll, um 2006 elf Teams in der Formel 1 zu haben. Dies wirft allerdings die Frage auf: Warum sollte Bernie ein Team unterstützen, welches mit einem vier Jahre alten Auto die F1 möglicherweise der Lächerlichkeit Preis geben könnte?

Die gleiche Frage scheint sich auch Flavio Briatore gestellt zu haben, weswegen der Renault-Teamboss seinen Chefrenningenieur Pat Symonds in die alte Arrows-Fabrik nach Leafield schickte, um dort Super Aguri bei der Arbeit zu beobachten.

"Flavio Briatore sagte mir, dass er kein Shit-Team in der F1 wolle", bestätigte Super Aguri F1 Geschäftsführer Daniele Audetto die Inspektion. "Deshalb entsandte er Pat Symonds und er schien ziemlich beeindruckt gewesen zu sein."

Auch FIA-Rennleiter Charlie Whiting stattete dem Werk in Leafield bereits einen Besuch ab. "Er scheint mit dem was wir ihm gezeigt haben zufrieden zu sein", sagt Audetto. "Mark Preston wurde in die Meetings der Technischen Arbeitsgruppe miteinbezogen und wir hatten einen Vertreter beim letzten Teamchef-Meeting. Momentan gehören wir also auf einer gewissen Ebene zum Zirkus dazu. Auf einer anderen wiederum nicht."