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Formel 1

Formel 1 Baku, Strafe für Norris: Unverständnis bei McLaren

Lando Norris muss beim Aserbaidschan GP in der Startaufstellung drei Plätze zurück. Fahrer und Team verstehen die Welt nicht mehr.
von Christian Menath

Für McLaren war Samstag in Baku ein Tag zum Vergessen: Daniel Ricciardo schied nach einem Unfall im Q2 aus und startet beim Aserbaidschan GP nur von Rang 13, Lando Norris qualifizierte sich zwar auf Rang sechs, bekam später aber noch eine Strafe aufgebrummt.

Norris bog im Q1 bei der zweiten Rot-Phase nicht sofort in die Boxengasse ab, sondern überfuhr die Ziellinie noch einmal und kam dann erst zurück in die Garage. Als die Session unterbrochen wurde, befand sich der Brite unmittelbar vor der Boxeneinfahrt. Norris ging sofort vom Gas und fragte beim Team nach, was zu tun sei. Der raschen Anweisung, in die Box abzubiegen, konnte er aber nicht mehr folgen, weil er bereits am Eingang vorbeigefahren war.

Die Stewards belegten den McLaren-Pilot deshalb mit einer Strafversetzung um drei Startpositionen. "Ich bin enttäuscht, denn ich habe nicht das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben. Ich musste so schnell eine Entscheidung treffen und ich habe aus meiner Sicht die sicherste Variante gewählt. Die Boxengasse hätte blockiert sein können", erklärte Norris sein Unverständnis über die Strafe.

"Ich hatte dadurch keinen Vorteil, ganz im Gegenteil: Meine Reifen sind dabei ausgekühlt und es hat mich Zeit gekostet", wirft der Youngster ein. Die Stewards kennen dafür keine Gnade. Strafmildernd werten sie lediglich, dass Norris nicht lange Zeit hatte, die Entscheidung zu treffen. "Normalerweise gibt es für das Ignorieren der Roten Flagge fünf Plätze Strafe", heißt es von Chef Steward Gerd Ennser und seinen Kollegen.

Neben der Strafversetzung bringt das Urteil noch drei Strafpunkte mit sich. Norris hat damit bereits acht Punkte auf seiner Superlizenz angesammelt. Zwei Punkte verfallen am 10. Juli wieder. Bei zwölf Strafpunkten innerhalb eines Jahres wird der Pilot für ein Rennen gesperrt.

Für McLaren lief es nicht im Qualifying: Crash von Ricciardo, Strafe für Norris - Foto: LAT Images

"Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll. Manchmal sollte man sich vielleicht vorstellen, wie es ist, selbst im Auto zu sitzen und wie schnell das alles geht. Eine Verwarnung wäre okay gewesen", meint Norris.

"Man muss darüber nachdenken, was wirklich fair für den Fahrer wäre", fordert der WM-Dritter. "Ich bin der Meinung, das Sicherste gemacht zu haben - und das macht es noch schlimmer. Ich habe keine drei Punkte auf meiner Lizenz verdient, ich habe nichts Gefährliches gemacht. Und ich kenne auch die Regeln, es ist nicht so, dass ich da Wissenslücken hätte."

Teamchef Andreas Seidl pflichtet seinem Piloten bei: "Wir sind mit der Strafe nicht einverstanden. Ich verstehe nicht, warum die Stewards da keinen Spielraum für eine andere Entscheidung hatten. Lando hatte nur sehr wenig Zeit und hat sich für die Sicherheit entschieden. Das ist enttäuschend."


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