Alpine zeigte am Freitag in Barcelona einen starken Auftritt. Sowohl Fernando Alonso als auch Esteban Ocon konnten das zweite Freie Training in den Top-5 beenden. Der französische Rennstall brachte zudem kleine Aerodynamik-Updates an die Strecke, die das Auto weiter nach vorne bringen sollen. Für Alpine stellt der gelungene Freitag aber noch lange keinen Grund zur Euphorie dar - schließlich ist es erst Freitag. Ein wenig zuversichtlich zeigt sich die Mannschaft rund um Marcin Budkowski dennoch. Q3 ist das klare Ziel.

Alonso: Hat sich schnell angefühlt

Nach einem schwachen Saisonbeginn folgte in Portugal der heiß ersehnte Befreiungsschlag. Beide Alpine-Piloten fuhren in die Punkte. Für Alonso war dies allerdings noch lange kein Beweis dafür, dass der Knoten beim französischen Rennstall endlich geplatzt ist. Der plötzliche Aufschwung hätte auch mit der speziellen Streckencharakteristik Portimaos zusammenhängen können. Der Freitag in Barcelona spricht allerdings eine andere Sprache.

"Das Auto hat sich gut und in beiden Sessions schnell angefühlt. Auch die Balance hat gestimmt. Ich bin glücklich über einen problemfreien Freitag. Morgen wird noch mehr von uns kommen", zeigte sich Alonso am Freitagnachmittag mehr als zufrieden. Dem schloss sich Teamkollege Ocon an: "Das war eine gute Session, wir hatten eine gute Pace - auf eine Runde, aber auch in den Longruns."

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Kleines Update-Paket in Barcelona

Die starke Performance am Freitag könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass die Updates funktionieren, die Alpine nach Spanien gebracht hat. Bei diesen Updates ging es laut Alpine-Executive-Director Marcin Budkowski aber vor allem um eines: "Wir experimentieren und probieren ein paar Dinge aus, um zu sehen, wie die Daten von der Strecke mit den Daten aus dem Windkanal korrelieren." Budkowski kündigte unterdessen an, bereits in Monaco ein größeres Update bringen zu wollen.

Am Freitag ging es dem Rennstall aber nicht ausschließlich um die neuen Fahrzeugteile. "Es geht auch darum, die Reifen zu verstehen, da sie hier ganz anders arbeiten als noch in Portimao. Es geht darum, jedes kleinste Detail zu optimieren", so Ocon. Dieser Punkt könne an diesem Wochenende ein ganz entscheidender sein, wie der Franzose ausführt: "In Barcelona ist es immer schwierig mit der Bodenhaftung und dem Reifenabbau".

Freitag zum Lernen, Samstag wird entscheidend

So optimistisch der Freitag für Alpine auch gewesen sein mag, die wirkliche Konkurrenzfähigkeit zeige sich erst am Samstag. "Es ist erst Freitag und es gibt viele Dinge, die noch analysiert werden müssen", sagte Alonso am Freitagnachmittag. Der Spanier ergänzte: "Das grundlegende Gefühl ist gut, aber ich denke, das Qualifying wird sehr eng. Eine Runde hier ist kurz, da werden also acht bis neun Autos innerhalb von zwei Zehntel sein. Wir wollen an der Spitze davon sein."

Der A521 hat für das restliche Wochenende noch einiges im Köcher -
Der A521 hat für das restliche Wochenende noch einiges im Köcher -Foto: LAT Images

Ermutigend könnte hierbei die Tatsache sein, dass Alpine am Samstag noch nicht alles aus dem A521 herausgeholt hat: "Wie ich bereits gesagt habe, auch von uns kann noch mehr erwartet werden, wenn wir morgen alles zusammenbringen", offenbarte Alonso. Auch Teamwork könnte laut Ocon ein entscheidender Schlüssel sein. "Da gibt es sicher einige Tricks, die wir gegenseitig austauschen können", so Ocon über Fernando Alonso.

Marcin Budkowski nutzte die starke Leistung seiner Mannschaft am Freitag zudem für eine vage Prognose: "Es sieht vielversprechend aus und auch so, als könnten wir es morgen mit beiden Autos in das Q3 schaffen." Auf diese Aussage folgte aber ein größeres Aber: "Morgen ist ein anderer Tag und du weißt nie, mit wie viel Sprit die anderen unterwegs waren".