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Formel 1 - McLaren unterstützt Netflix-Serie: Wie Top Gun

McLaren-CEO Zak Brown nimmt zur Netflix-Kontroverse rund um Norris und Sainz Stellung. Seine Meinung: Etwas kreative Freiheit muss man akzeptieren.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Vor etwas mehr als zwei Wochen veröffentlichte Netflix die dritte Staffel von Drive To Survive. Die zehnteilige Serie, welche sich der Formel-1-Saison 2020 widmet, und von vielen Fans gefeiert wurde, nahm es allerdings nicht so genau mit der Wahrheit. So wurden beispielsweise zahlreiche Boxenfunksprüche an den falschen Stellen eingespielt, um den dramatischen Effekt zu maximieren.

Besonders auffällig war das in einer Episode, welche die Rivalität zwischen den beiden damaligen McLaren-Teamkollegen Lando Norris und Carlos Sainz darstellte. Bekanntermaßen pflegten und pflegen Norris und Sainz eine gute Freundschaft. Doch in Drive to Survive wurde das anders dargestellt und die beiden Fahrer als erbitterte Stallrivalen dargestellt. So wurde beispielsweise der Funkspruch von Lando Norris, bei dem er sich darüber aufregte, dass Sergio Perez beim Überholversuch des Briten in ihn eingelenkt habe stattdessen bei einer Zweikampf-Szene mit Sainz eingespielt.

Brown: Hauptziel ist Unterhaltung

McLaren hat mit der verfälschten und unvorteilhaften Darstellung der Teamatmosphäre in der Netflix-Serie keine Probleme. Zak Brown äußerte sich folgendermaßen über Drive to Survive: "Netflix ist großartig für die Formel 1. Das Hauptziel ist es zu unterhalten und neue Fans zur Formel 1 zu bringen und das ist der Serie auch gelungen. Deshalb unterstützen wir Netflix, selbst wenn sie sich an der ein- oder anderen Stelle etwas kreative Freiheit nehmen."

Dass die beiden McLaren-Piloten dabei nicht besonders gut wegkommen, ist Brown egal. Denn es sei sowieso gut bekannt, wie sich deren Verhältnis in Wirklichkeit darstellt: "Wir wissen im Paddock, dass es nicht so ist und deshalb denke ich ist es in Ordnung. Es ist wichtiger, dass wir unseren Fans auf der ganzen Welt wunderbaren Content bieten können", so Brown.

Dazu strengte Zak Brown einen Vergleich mit der Filmindustrie an: "Wenn ein Kampfjetpilot einen Film wie Top Gun anschaut, wird er auch oft sagen: 'Das kann man so in einem Flugzeug nicht machen', aber es war trotzdem ein guter Film."


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