Formel 1

Formel 1, Perez in Sorge: Racing Point vor Monaco ohne Antwort

Racing Point sucht weiter eine Erklärung für das schlechte Rennen in Spanien. Sergio Perez klammert sich an den Monaco-Effekt. Punkten wann immer es geht.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Racing Point quält vor dem sechsten Formel-1-Rennen 2019 in Monaco die Ungewissheit. Nachdem Sergio Perez und Lance Stroll mit den Barcelona-Updates sang und klanglos untergingen, steht das Team vor einem Rätsel. Perez klammert sich an Monaco-Effekt. Im Fürstentum soll Racing Point die Punkte holen, die auf anderen Rennstrecken wie Barcelona nicht drin sind.

"Wir machen uns etwas Sorgen. Unsere Form war in Spanien sehr schlecht. Viel schlechter als erwartet", sagt Perez vor dem Start ins Wochenende. In Barcelona fehlte dem Team im Qualifying eine ganze Sekunde auf die Mittelfeld-Spitze. Am Sonntag ging Perez und Stroll leer aus. Dabei hatte sich in China und Aserbaidschan zunächst ein Aufwärtstrend abgezeichnet, nachdem die Testfahrten und der Saisonstart schleppend verlaufen waren.

Die zweitägigen Testfahrten gleich nach dem Rennwochenende auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya schafften keine Abhilfe, was die Lösung der Probleme am RP19 angeht. "Im Moment noch nicht. Wir sind immer noch dabei einige Dinge zu analysieren, aber wir haben keine wirkliche Antwort für unsere schlechte Performance", so Perez.

Barcelona für Racing Point nur ein Ausrutscher?

Dass das Update letztendlich eher ein Schritt zurück war, ist man von der ehemaligen Force-India-Mannschaft nicht gewohnt. In den vergangenen Jahren war gerade die Weiterentwicklung die große Stärke des Privatteams. Perez hofft, dass Barcelona ein einmaliger Ausrutscher war.

"Ich hoffe, dass wir hier wieder konkurrenzfähig sein können und zu unserem alten Level zurückfinden", sagt der 29-Jährige. Diese Hoffnung beruht jedoch einzig und allein auf seinem Bauchgefühl, denn nach Barcelona hängt das Team immer noch in der Luft.

Einige Rennställe nutzen die Testfahrten um das Auto auf Monaco vorzubereiten. Der letzte Streckenabschnitt wird häufig als Anhaltspunkt für Monaco gesehen. Perez sieht hingegen nicht, dass der enge letzte Sektor hinsichtlich Monaco auch nur irgendeine Relevanz hat.

"Die Leute glauben das alle, aber es ist nur sehr schwer vergleichbar. In Barcelona hast du immer noch die Sektoren eins und zwei bevor du im dritten ankommst. Da verbringst du viel Zeit in Highspeedkurven und mittelschnellen Passagen. Hier ist alles langsam. Das ist also ganz anders."

Perez hofft auf Monaco: Regen oder ein perfekter Samstag

Er glaubt, dass das typische auf und ab im Mittelfeld in Monaco auch einfach wieder in die Karten seines Teams spielen kann. "Ich hoffe, dass dieses Wochenende gut für uns wird und wir viele Punkte mitnehmen", sagt er. Dass man als Underdog im Fürstentum einiges erreichen kann, bewies er 2016 mit dem dritten Platz.

Damals bewies Perez in der Wetterlotterie wie so oft den richtigen Riecher. Regen wäre auch dieses Jahr wieder gerne gesehen. "Ich hoffe es. Ich mag es, wenn es hier regnet", sagt er. Der Wetterbericht sieht allerdings nicht danach aus, als ob Petrus diesen Wunsch erfüllt. Unter diesen Umständen wird es in Monaco wie immer aufs Qualifying ankommen - und hier kann der Fahrer seit jeher den großen Unterschied machen.

"95 Prozent deines Resultats kommen vom Auto, aber die anderen fünf können hier [in Monaco] etwas größer ausfallen. Ich denke, wenn du den perfekten Samstag hast kannst du etwas mehr rausholen als auf anderen Rennstrecken. Ich denke, dass der Fahrer hier einen größeren Unterschied macht", erklärt Perez gegenüber Motorsport-Magazin.com.

Perez bleibt optimistisch: Alle Möglichkeiten nutzen

Hinsichtlich der Gesamtwertung sieht er nach Barcelona die Felle des Teams noch nicht davonschwimmen. "Ich denke, dass wir schon die ganze Saison über Probleme haben auf Pace zu kommen", gibt er zu bedenken, dass Racing Points Jahr bisher zäh verläuft - obwohl er mit 13 Punkten in der Weltmeisterschaft trotz allem nur einen Zähler hinter dem Führenden des Best of the Rest, Kevin Magnussen, liegt. Das Team steht in der Konstrukteurswertung als Fünfter ebenfalls nicht schlecht da.

Er bleibt optimistisch, mit starken Einzelresultaten die Basis für ein gutes Abschneiden in der Endabrechnung der Weltmeisterschaft legen zu können: "Es ist wichtig für uns, von Rennen zu Rennen zu denken. Wir haben jetzt eine großartige Chance. Das Beste, was wir machen können, ist unsere Möglichkeiten zu nutzen, und zwar in jedem einzelnen Rennen. Das wird auch dieses Wochenende der Schlüssel sein. Und wenn wir das jedes Wochenende schaffen, wird es etwas einfacher, sobald das Auto konkurrenzfähiger ist."


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