Tagtäglich würden Angebote in sein Londoner Büro flattern, erklärte Formel 1-Zampagno Bernie Ecclestone den Kollegen von der Times. Die Angebote würden sich auf die Firma SLEC beziehen, welche die kommerziellen Rechte über die Formel 1 besitzt. 75 Prozent der SLEC hat der Brite einst an Medienmogul Leo Kirch verscherbelt, die restlichen 25 Prozent gehören immer noch Ecclestone. Nach der Kirch-Pleite gingen die 75 Prozent in das Eigentum dreier deutscher Banken über, diese wiederum würden das Paket liebend gerne verkaufen, für einen guten Preis natürlich.

Ein solches Kaufangebot ist erst kürzlich aus Hongkong eingetrudelt - es kam von dem Großkonzern Hutchison Whampoa, der weltweit 160.000 Mitarbeiter beschäftigt und zu sechzig Prozent dem Hongkonger Li Ka-Shing gehört, der als reichster Mann Asiens gelten soll. Angeblich soll man rund 800 Millionen Euro geboten haben. Vertreter der Huchison-Untergruppe TOM haben am Wochenende in Hockenheim beim Zirkusdirektor vorgesprochen, um einen Deal einzufädeln - Ecclestone erklärte nun wenig schmeichelhaft: "Ich habe mit Hutchison gesprochen. Die haben mir einen Buben geschickt, der den Job eines Mannes erledigen hätte sollen. Wir sind nicht daran interessiert, an sie zu verkaufen. Wir erhalten täglich solche Angebote, aber das ist nicht, was wir uns für die Zukunft der Formel 1 vorstellen."

Vorstellen kann sich Ecclestone aber folgendes: "Was ich gerne sehen würde: Wenn die Teams und die Hersteller ihre Probleme in den Griff bekommen und sie ihren Sport selbst besitzen würden. So könnten sie alles selbst kontrollieren - von den kommerziellen Rechten bis zu den TV-Anstalten." Das wäre "nice and beautiful", fügte Ecclestone hinzu.

Gespräche mit den Herstellern, die heute Montag unter dem Namen "GPMA" ihre gemeinsam mit neun Teams erstellten Regelvorschläge an die FIA sandten, würden bereits stattfinden, verriet der Ex-"Diktator". Und: "Es gibt keinen Zeitrahmen, aber ich hoffe, dass wir eine Lösung finden können." Jahrzehntelang hat Ecclestone die Teams nur mit einem geringfügigen Anteil vom TV-Kuchen abgespeist - die Frage wird sein, ob und um welchen Preis sie die SLEC-Anteile erwerben wollen.