Formel 1

Formel 1, Bahrain: Haas-Teamchef poltert gegen Rennkommissare

Viele Fragezeichen bei Haas: Nachdem beide Autos aus den Top-Ten gestartet sind, waren sie im Rennen absolut chancenlos. Erste Erklärungsversuche.
von Philipp Moser

Motorsport-Magazin.com - Haas legte wie schon in Australien eine beeindruckende Quali-Pace hin. Kevin Magnussen qualifizierte sich auf dem sechsten Rang, Romain Grosjean auf dem achten. Nach einer Strafe ging es für Grosjean am Sonntag aber nur vom elften Platz ins Rennen. In der Qualifikation hatte der Franzose McLaren-Fahrer Lando Norris behindert und dafür eine Strafe erhalten.

Im Rennen ging bei Haas jedoch nichts mehr. Grosjeans Chancen auf Punkte waren schon nach zwei Kurven nur noch minimal: Der Franzose wurde von Lance Stroll am linken Hinterrad getroffen und musste mit einem Reifenschaden an die Box.

"Ich habe am Start nichts gesehen und bin getroffen worden", beschreibt Grosjean die Situation: "Danach war das Auto zu schwer beschädigt, um bis ins Ziel zu fahren. Ich habe aber schon durch den Plattfuß viel zu viel Zeit verloren."

Steiner: Stewards halten sich für etwas Besseres!

Günther Steiner hatte von außen einen besseren Überblick als Grosjean. Der Haas-Teamchef beschreibt den Unfall so: "Stroll ist mit Untersteuern in ihn reingefahren. Und unsere besten Freunde, die Stewards, haben nichts gemacht! Ich sage ihnen vielleicht Dinge, die sie nicht gerne hören, aber die hören eh nie zu", poltert Steiner: "Sie denken, sie wären etwas Besseres!"

Auch für Magnussen lief es nicht rund. Der Däne hielt sich zwar aus allen Problemen heraus, hatte aber nicht das nötige Tempo, um seine Position zu halten. Während des Rennens schwenkte man spontan auf eine Ein-Stopp-Strategie um. Auch das half nicht: Am Ende landete Magnussen mit einer Runde Rückstand auf dem 13. Platz.

Rätselraten: Wo ist die Pace vom Samstag?

Doch warum war man im Vergleich zum Samstag im Rennen so langsam? "Es waren nicht die abbauenden Reifen", analysiert Magnussen auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com. "Ich hatte einfach keinen Grip und war überall am rutschen und habe mich dauerhaft verbremst. Die Qualifikation war sehr gut. Das Auto muss also eigentlich auch gut sein. So etwas habe ich noch nie erlebt."

Magnussen musste im Rennen viel in den Rückspiegel schauen. - Foto: LAT Images

Neben mangelndem Grip sieht Magnussen im fehlenden Topspeed den zweiten Grund für die schwache Leistung: "Wir waren die langsamsten auf den Geraden, ich hatte keine Chance mich gegen die Anderen zu verteidigen. Wir wussten zwar, dass wir mit viel Downforce fahren würden, aber dann hätte zumindest die Pace stimmen sollen."

Teamchef Steiner stimmt seinem Fahrer zu. Er relativiert den Blick auf die Höchstgeschwindigkeiten aber: "Man muss auch schauen, wer wann DRS hatte. Das kann die Tabelle stark beeinflussen." Doch auch Steiner kann zur schwachen Haas-Form keine Aufschlüsse liefern: "Ich bin eher überrascht als sauer. Das ist so komisch, dass die Pace über Nacht einfach verschwunden ist. Nicht nur ich, auch die Fahrer, die Ingenieure, alle im Team sind überrascht."

Bei Haas blickt man jedoch schon wieder nach vorn. Immerhin stehen am Dienstag und Mittwoch zwei Testtage in Bahrain an. Dort könnten sich einige der Fragezeichen klären. "Wir werden bei den Tests etwas probieren, in der Hoffnung, dass sich die Dinge klären. Aktuell bin ich mir aber überhaupt nicht sicher, ob das klappt", zeigt sich Steiner wenig optimistisch.

Da man in Bahrain keine Punkte geholt hat, liegt man zusammen mit McLaren mit acht Punkten aktuell auf dem fünften Rang in der Konstrukteurswertung. Lediglich Alfa Romeo ist an Haas vorbeigezogen und steht aktuell bei zehn Zählern.


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