Formel 1

Formel 1 Testfahrten: Neue DRS-Regeln bereiten Teams Probleme

Daniel Ricciardo flog wegen eines Heckflügeldefekts spektakulär ab, auch bei Racing Point gibt es im Heck Probleme. Der größere DRS-Effekt ist schuld.
von Christian Menath

Daniel Ricciardo erlebte beim Formel-1-Test in Barcelona am Dienstag einen richtigen Schreckmoment: Am Ende der Start- und Zielgeraden flog das obere Heckflügelelement einfach davon, Ricciardo drehte sich beim Einlenken in die erste Kurve unkontrolliert in die Auslaufzone. Der Zwischenfall verlief glimpflich, doch hätte durchaus auch ernster ausgehen können.

Grund für den Defekt war laut Renault Technik-Chef Nick Chester das DRS. Über DRS-Probleme klagte auch Racing Point. Der ehemalige Force-India-Rennstall nutzte den Klappflügel den gesamten Mittwoch über nicht und muss für den letzten Testtag ein kleines Update bringen.

Grund für die DRS-Probleme ist das neue Reglement. Einerseits wurden die Heckflügel um zehn Zentimeter breiter. Sie wuchsen von 950 auf 1050 Millimeter, der Zuwachs beträgt also mehr als zehn Prozent. Gleichzeitig trifft mehr Luft auf den Flügel, weil er 2019 höher sitzt.

Ein weiterer Effekt ist das DRS an sich. Das obere Flügel-Element darf sich nun weiter öffnen. Betrug der Abstand zwischen unterem und oberen Flap im geöffneten Zustand 2018 noch 65 Millimeter, sind es 2019 85 Millimeter. Der Unterschied zwischen geschlossenem und geöffnetem Flügel ist also deutlich größer.

Renault und Racing Point hatten die Änderungen unterschätzt. Neben den größeren Kräften kommt auch noch eine neue Geometrie hinzu, weil sich der obere Flap nun auf einer anderen Linie bewegt.

Renault brachte am Mittwoch schon ein leicht geändertes DRS-Design nach Barcelona. Ein kleines Teil des Systems wurde überarbeitet. Am Vormittag musste Nico Hülkenberg noch auf DRS verzichten, am Nachmittag durfte Daniel Ricciardo den Knopf wieder betätigen.

DRS-Effekt 2019 deutlich größer

Die neuen DRS-Regeln sind Teil eines großen Überhol-Pakets. Das Technische Reglement wurde 2019 so überarbeitet, dass die Autos einander besser folgen und in Folge auch besser überholen können.

Die DRS-Hilfe soll aber nicht zu groß werden. Nur auf Strecken, auf denen sich Überholen in der Vergangenheit als besonders schwierig herausstellte, soll es zusätzlich helfen. Auf anderen Strecken können dafür die DRS-Zonen kürzer ausfallen.


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