Der große Diktator - so sieht sich Bernie Ecclestone immer noch gerne, auch wenn man in Indianapolis auf drastische Weise gesehen hat, dass sein Einfluss kleiner geworden ist. Denn bei der US-Farce konnte auch er nur noch Kopf schüttelnd resignieren. Unterschätzen sollte man den 74jährigen Briten jedoch nicht - wer so lange an den Hebeln sitzt, gibt nicht so schnell auf. Und viele wünschen insgeheim die Zeiten zurück, in denen Ecclestone der große Übervater der Formel 1 war. Eddie Jordan, der Ex-Teambesitzer, erklärte erst unlängst, dass ein Debakel wie jenes in den USA noch vor gar nicht allzu langer Zeit unmöglich gewesen wäre, die Teams hätten in diesen Zeiten geschlossen auf das Wort des "Zirkusdirektors" gehört. Und der hätte die Angelegenheit geregelt...
Hinter jedem starken Mann steht eine starke Frau, heißt es irgendwo. Im Falle Ecclestone ist das ganz sicher der Fall. In seiner Londoner Nobelvilla ist Ecclestone mit drei Frauen konfrontiert - seiner großen, man könnte scherzhaft sagen fast doppelt so großen Ehefrau Slavica und seinen beiden Töchtern Tamara und Petra. Tamara Ecclestone hat nun in einem Interview mit dem Wochenend-Magazin der Daily Mail recht unterhaltsame Einblicke in den Alltag der Ecclestones geliefert.
Tamara erklärte: "Dad mag in seiner Arbeit der Boss sein, aber unsere Mum gibt bei uns daheim die Regeln vor. Jeden Abend nach dem Essen wäscht Dad das Geschirr und er trocknet es auch feinsäuberlich ab. Er hätte gerne einen Geschirrspüler angeschafft, aber Mum ist der Meinung, dass keine Maschine das Geschirr so sauber waschen kann."
Dass Ecclestone einer der reichsten Männer Englands ist, scheint Tochter Tamara nicht davon abzuhalten, folgende Erkenntnis zu erlangen: "Du findest dein Glück nicht, wenn du in der Lage bist, dir alles zu kaufen. Wir möchten ein ganz normales Leben führen und dafür benötigt man kein Geld."
Vielsagend sagt Tamara: "Mum erledigt alle Einkäufe selbst. Und sie sucht oft nach Sonderangeboten." Nicht selten sind es nämlich gerade die besonders gut betuchten Zeitgenossen auf diesem Planeten, die jeden Cent zweimal umdrehen, bevor sie ihn ausgeben. Man sagt ja, dass dies eben jene Tugend sei, welche diese Menschen überhaupt erst reich gemacht hätten. Der kleingewachsene Bernie Ecclestone besitzt zwei Privatflugzeuge, doch "er fliegt oft Economy", sagt Tamara. Denn: "Das stört ihn überhaupt nicht. Und es ist ja nicht so, dass er den größeren Fußraum benötigen würde."

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