Formel 1

Formel 1: Renault holt Ex-Ferrari-Junior Guanyu Zhou

Renault stellt seinen Nachwuchskader 2019 neu auf. Die Franzosen holen mit Guanyu Zhou den ehemaligen Ferrari-Junior und Teamkollegen von Mick Schumacher.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Die Formel-1-Teams arbeiten im Winter nicht nur an ihren neuen Autos, auch anderweitig wird in der Zeit ohne die stressigen Rennwochenenden umstrukturiert und optimiert. So auch in den Nachwuchskadern der Hersteller und Teams.

Nachdem Ferrari kürzlich Mick Schumacher in seine Driver Academy aufnahm, gab Renault für sein Förderprogramm nun ebenfalls einen Neuzugang bekannt. Guanyu Zhou zählt neuerdings zum Aufgebot der Franzosen. Außerdem neu dabei sind der Brasilianer Caio Collet und GP3-Champion Anthoine Hubert.

"Wir freuen uns, den chinesischen Teenager Guanyu Zhou für 2019 in der Renault Sport Academy willkommen zu heißen", verkündete Renault via Twitter. Bei dem 19-Jährigen handelt es sich um einen ehemaligen Junior aus Ferraris Kader.

Zhou stieß 2014 zur Ferrari Driver Academy hinzu und startete daraufhin in der Formel 4 und der Formel 3 für Prema. Beim Rennstall aus Mailand, der seit einigen Jahren Ferraris Junioren in den Nachwuchsklassen ausbildet, fuhr er zuletzt an der Seite Mick Schumachers.

Zhou wie Schumacher 2019 in der Formel 2

Der Sohn von Rekordweltmeister und Ferrari-Legende Michael Schumacher zählte in dieser Zeit nicht zum Ferrari-Kader und wurde erst zur Saison 2019 mit seinem Engagement bei Prema in der Formel 2 in Maranello unter Vertrag genommen. Zhou hingegen verlässt das Programm nun nach vier Jahren.

Das Nachwuchstalent aus dem Reich der Mitte wurde der Erwartungshaltung in seinen Jahren in Rot nicht wirklich gerecht. Nach dem zweiten Platz in der italienischen Formel 4 im Jahr 2014 stagnierte er in der Formel 3. In drei Jahren reichte es nur zu zwei Siegen sowie zwei achten Plätzen in der Gesamtwertung.

Wie Europameister Schumacher gelang ihm für 2019 aber ebenfalls der Schritt in die Formel 2, wo er für UNI-Virtuosi Racing startet. Bei Renault wird er wie Artem Markelov und Jack Aitken im Vorjahr als Simulator- beziehungsweise Testfahrer erste Formel-1-Erfahrungen sammeln.

Zhou neuer Entwicklungsfahrer bei Renault

"Joe wird die Rolle des Entwicklungsfahrers im Team übernehmen, neben seinen Verpflichtungen in der Formel 2", heißt es in der Bekanntgabe Renaults. Markelov wurde bei seinem Heimrennen in Russland sogar die Ehre zuteil, für die Gelben am 1. Freien Training am Freitag teilzunehmen.

Zhou könnte in naher Zukunft der erste Chinese seit Ma Qinghua werden, der an einem Rennwochenende der Königsklasse im Cockpit sitzt. Sein Landsmann bestritt als erster Chinese überhaupt ein Training im Rahmen eines Grand Prix. 2012 und 2013 nahm er für HRT und Caterham an insgesamt fünf Sessions teil.

Renault Sport Academy 2019 mit sechs Piloten

Mit Collet erhält Brasilien einen weiteren Hoffnungsträger. Nachdem Rücktritt Felipe Massas Ende 2017 steht die Formel-1-Nation ohne Stammfahrer da. Da McLaren den Formel-2-Piloten Sergio Sette Camara unter seine Fittiche nahm und Weltmeister-Enkel Pietro Fittipaldi kürzlich bei Haas andockte, ist Collet bereits der dritte Brasilianer im Dunstkreis der Formel 1. 2018 holte der 16-Jährige den Titel in der französischen Formel 4.

Hubert machte sich mit seinerseits mit dem Gewinn der GP3 Series im vergangenen Jahr um die Aufnahme ins Nachwuchsprogramm Renaults verdient. Er wird wie Zhou in dieser Saison in der Formel 2 starten.

Neben den drei Neuzugängen sind Max Fewtrell, Christian Lundgaard und Victor Martins weiterhin an Bord. Während Fewtrell und Lundgaard in die neue Formel 3 im Rahmen der Formel 1 wechseln, starten Martins und Collet im Formel Renault Eurocup.


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