Formel 1

Sebastian Vettel: Formel-1-Saison 2018 mein schwierigstes Jahr

Die Formel-1-Saison 2018 begann für Sebastian Vettel und Ferrari traumhaft. Nun ist der WM-Traum ausgeträumt - und Vettel blickt kritisch auf die Saison.
von Christian Menath

Zwei Siege aus zwei Rennen - die Formel-1-Saison 2018 begann für Sebastian Vettel traumhaft. Doch aus dem Traum wurde in der zweiten Saisonhälfte ein Albtraum: Nach seinem Sieg beim Belgien GP lief bei dem Deutschen nicht mehr viel zusammen.

Zu mangelnder Performance des Boliden gesellten sich immer mehr Fahrfehler von Vettel, dazu lief es auch teamintern nicht immer reibungslos. "Vielleicht war es meine schwierigste Saison", sagte Vettel nach langem Überlegen direkt nach der endgültigen WM-Schlappe in Mexiko.

"Ich muss darüber nachdenken, aber in bestimmter Hinsicht definitiv ja", fügte er an. "Ja, dieses Jahr war definitiv anders als bisherige Saisons, aber wir sollten den Fakt nicht vernachlässigen, dass wir ein sehr starkes Paket hatten, mit dem wir Rennen gewinnen konnten. Wir sind nicht mehr im Kampf um die Fahrerweltmeisterschaft, aber wir können noch um den Konstrukteurstitel kämpfen."

Zeitweise trat Ferrari in der Formel-1-Saison 2018 nicht als Team auf - Foto: Sutton

Für Vettel war die Saison nicht nur wegen des Ergebnisses schwierig. Zeitweise schien das eigene Team nicht so hinter dem vierfachen Weltmeister zu stehen, wie der sich das gerne gewünscht hätte. In Monza versagte man ihm die Stallorder im Qualifying, anschließend wurde die Verpflichtung von Charles Leclerc als Teamkollege für 2019 bekanntgegeben. Ausgerechnet Vettel-Freund Kimi Räikkönen muss für den aufstrebenden Ferrari-Junior Platz machen.

Zu den teaminternen Ungereimtheiten kamen auch noch einige Fahrfehler. Allen voran der Unfall beim Deutschland GP, als Vettel vor heimischer Kulisse in Führung liegend in der Sachskurve abflog und einen sichergeglaubten Sieg an Lewis Hamilton schenkte.

Vettel: Habe viel schlimmere Fehler als Hockenheim gemacht

"Aber der entscheidende Moment für mich war weder Deutschland noch Italien", stellte Vettel klar. "Für mich war es Singapur. Ab Singapur hatten wir für ein paar Rennen nicht die Pace, um mit Mercedes mithalten zu können und dann sind noch andere Dinge passiert, die uns nicht geholfen haben. Wir haben die Punkte nicht geholt, weil wir Fehler gemacht haben, weil ich Fehler gemacht habe. Das hat nicht geholfen."

"Aber für das, was in Deutschland passiert ist, kann ich nicht so hart mit mir selbst ins Gericht gehen. Ich habe dieses Jahr viel größere Fehler gemacht, aber das war offensichtlich der, für den ich den höchsten Preis bezahlt habe", erklärt Vettel.

"Leider gehört das zum Racing", resümierte Vettel. "Wenn du pushst, pushst du manchmal ein bisschen zu hart. Ich habe mir auch die falsche Kurve dafür ausgesucht. Aber das liegt nun hinter mir und ich denke daran nicht allzu sehr. Das ist Racing und passiert auch anderen. Dass wir die letzten Wochen so Probleme hatten, die Pace und den Speed mitzugehen, war wahrscheinlich entscheidender als das."


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