Formel 1

Formel 1 überdenkt Qualifying-Format: Liberty wünscht sich Q4

In der Formel-1-Saison 2019 könnte abermals ein neues Format für den Samstag zum Tragen kommen. Liberty Media wünscht sich eine bessere Show im Qualifying.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 könnte für die Saison 2019 ein neues Qualifying-Format erhalten. Liberty Media hat bei der FIA eine Änderung angeregt, die kürzlich beim Meeting der Strategiegruppe auf den Tisch kam. Das Zeittraining soll danach um ein viertes Segment erweitert werden. Damit könnte erstmals seit Anfang 2016 ein neues Format für das Zeittraining Einzug erhalten.

"Der Vorschlag, welcher der Strategiegruppe vorgeschlagen wurde, hat kürzere Segmente, mit weniger Zeit dazwischen", erklärte Rennleiter Charlie Whiting in seinem Media-Briefing nach dem Großen Preis von Russland in Sotschi. "Vier scheiden im Q1 raus, dann noch zweimal vier, sodass acht übrig bleiben." Das Q4 soll dann mit zehn Minuten zwei kürzer sein als das derzeitige Q3.

Am Grundprinzip des Qualifyings würde sich damit nichts ändern. So wird es wohl keine Rückkehr des früher unter vielen Fans beliebten Einzelzeitfahrens geben. Dieses hätte gerade im Schlagabtausch der Top-6 durchaus für ein zusätzliches Spannungselement sorgen können, wenn ein Pilot von Mercedes oder Ferrari seinen Run wegwirft und dadurch ein Red Bull nach vorne rückt.

Formel-1-Qualifying: Reform 2016 scheiterte kläglich

"Ich persönlich halte das für eine ziemlich nette Idee, aber es ist natürlich nicht meine Entscheidung," so Whiting über den Vorschlag Liberty Medias. Anders als 2016 würde der Einschnitt ins Qualifying-Format mit diesem deutlich weniger tief ausfallen. Damals wurde auf Drängen von Bernie Ecclestone das K.o.-System um einem Countdown erweitert.

Bei diesem wurden Piloten nicht erst am Ende eines Segments, sondern schon währenddessen eliminiert. Im Q1 flog der erste Fahrer nach sieben Minuten raus, darauf schied alle 90 Sekunden ein weiterer aus. Im Q2 wiederholte sich das Spiel, so dass acht Autos für das Q3 übrig blieben. Im letzten Segment wurde ebenfalls eliminiert, bis ein Fahrer übrig blieb - der Pole-Sitter.

Das Format stieß weder bei Teams und Fahrern noch bei Fans auf viel Gegenliebe. Nach den beiden Rennwochenenden in Australien und Bahrain wanderte es durch den Reißwolf von FIA und Rechteinhaber. Letztere heißen zwei Jahre später Liberty Media und nicht mehr Bernie Ecclestone. Doch auch dieses Mal ist es der Rechteinhaber, der sich eine Neuerung wünscht.

Neues Formel-1-Qualifying für 2019: Vorschlag kam von Liberty Media

"Es ist mehr etwas, das von der Formel 1 [Rechteinhaber] kommt", sagte Whiting. "Sie haben viel Nachforschung unter den Fans betrieben und das scheint eines der Dinge zu sein, von dem sie das Gefühl haben, dass die Fans es gerne sehen wollen." Der Plan dahinter scheint klar: Durch mehr K.o-Runden gibt es auch für die Top-Teams eine Möglichkeit mehr, vor dem Q3 auszuscheiden.

Mit nur acht Autos im Q4 würde es für die Top-Teams außerdem mit mehr Risiko verbunden sein, den Sprung ins letzte Segment auf einem härteren Reifen zu wagen. Die Startplätze neun und zehn wiederum dürften sich über freie Reifenwahl freuen, sodass letztendlich nur zwei Piloten aus dem Mittelfeld im ersten Stint einen möglichen Reifennachteil zu befürchten hätten.

Inwiefern vielleicht auch am Reifen-Reglement für das Qualifying Hand angelegt wird, ist laut Whiting noch nicht genau definiert. "Das muss noch diskutiert werden. Der nächste Schritt ist, zu schauen, welchen Weg wir bei den Reifen gehen wollen." Durch die kürzeren Sessions könnten sich hier auch die Anforderungen ändern: "Die Frage ist, ob man zwei Runs mit zwei Reifensätzen machen kann", so Whiting in Bezug auf das zehnminütige Q4.


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