Formel 1

Formel 1, Mercedes muss umbauen: Top-Ingenieure treten kürzer

Das Mercedes F1 Team hat heute für die Formel-1-Saison 2019 eine Umstrukturierung der technischen Abteilung bekanntgegeben. Die Änderungen beim Weltmeister.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Großer Umbau beim Spitzenpersonal des Formel-1-Teams von Mercedes: Die amtierenden F1-Weltmeister planen zum Jahreswechsel 2018/2019 eine interne Neuaufstellung bzw. Umstrukturierung des Rennstalls, insbesondere in der technischen Führungsriege.

Hintergrund dieser "Weiterentwicklung der technischen Leitung" für 2019 und darüber hinaus, wie Mercedes schreibt: Mit Alda Costa und Mark Ellis treten gleich zwei hochrangige Teammitglieder ab Jahresende bzw. Mitte 2019 deutlich kürzer.

Costa nur noch Berater, Ellis mit Sabbatjahr

Aldo Costa, 2011 von Ferrari zu Mercedes gewechselt, hat sich dazu entschlossen, dem Team ab dem Jahr 2019 als Technischer Berater zur Seite zu stehen, um im Zuge dieser Neuausrichtung mehr Zeit mit seiner Familie in seiner italienischen Heimat zu verbringen. Der Italiener wird somit seine Rolle in der Strukturierung der technischen Organisation abtreten.

Nachfolger wird der aktuelle Chefdesigner und langjährige Mercedes-Mann John Owen. Der 45-Jährige übernimmt die Führung des sogenannten 'Engineering Group', welche der Rennstall bereits in den vergangenen Monaten proaktiv für diesen Schritt weiterentwickelt habe. Künftig werde die Abteilung stärker auf das Design des Autos ausgerichtet. Die Gesamtführung liegt weiter beim Technischen Direktor James Allison.

Mark Ellis, seit 2014 wieder in Brackley (zuvor Red Bull Racing) und Performance-Direktor bei Mercedes, zieht sich unterdessen sogar erst einmal vollständig zurück, legt ab Mitte 2019 ein Sabbatjahr ein. Seinen Posten übernimmt der aktuelle Chefaerodynamiker Loic Serra. Um einen guten Übergang zu gewährleisten, geschieht das allerdings bereits Ende 2018. So kann Ellis seinen Nachfolger einarbeiten.

Toto Wolff: Erfolgreiche Organisation nicht einfrieren

Mercedes beschreibt diese Umbaumaßnahmen positiv, verbreitet Aufbruchsstimmung. "Dies ist ein wichtiger Augenblick für unser Team und eine großartige Chance. Wir haben immer wieder gesagt, dass man eine erfolgreiche Organisation nicht einfrieren kann", sagt etwa Teamchef Toto Wolff.

"Es ist eine dynamische Struktur und ich bin stolz darauf, dass wir den Staffelstab reibungslos an die nächste Generation an Führungskräften aus unserem Team übergeben können. Die Zukunft des Teams strahlt hell mit John, Loic und der gesamten technischen Führungsmannschaft unter der Leitung von James."

Eine Rückkehr scheint zumindest im Fall Ellis nicht ausgeschlossen. Ellis: "Nach 30 Jahren Vollgas im Motorsport - 19 davon in der Formel 1 - habe ich mich zu einer Pause vom Sport entschlossen. Persönlich gesehen wird mir die hoffentlich wohlverdiente Pause die Möglichkeit geben, meine nächsten Schritte zu erwägen, während ich Teil der Mercedes-Familie bleibe."

Mercedes versichert: Top aufgestellt für die Zukunft

Aldo Costa über seine neue nur mehr beratende Funktion: "Wir haben das Team gedeihen und Erfolge einfahren sehen - und jetzt ist es an der Zeit, eine noch stärkere Gruppe zu formen, um uns den Herausforderungen des kommenden Jahrzehnts zu stellen. Während der letzten 12 Monate habe ich gemeinsam mit Toto und James einen langfristigen Nachfolgeplan entwickelt, um der nächsten Generation zu helfen, die Aufgaben in bestmöglicher Weise zu meistern. Ich freue mich, den Staffelstab in die fähigen Hände von John und James zu legen - und die neue Organisation weiterhin als Technischer Berater zu unterstützen, um eine prosperierende Zukunft zu gewährleisten."

Technik-Direktor James Allison lobt derweil die faire Kommunikationspolitik seines Personals, das Mercedes nun vor Chaos bei der Nachfolgersuche bewahre: "Bereits vor über einem Jahr haben Aldo und Mark signalisiert, dass sie beabsichtigen, ihr Amt niederzulegen, und haben sich seitdem weiterhin mit Herz und Seele für das Team engagiert. Tagtäglich kämpfen die beiden mit unvermindertem Elan gegen unsere Konkurrenz und trotzdem ist ihnen kein Weg zu weit, um mich und andere bei der Planung und Umsetzung ihrer Nachfolge zu unterstützen."


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