Formel 1 / Historisches

Von Farina bis Schumacher - Die F1-Champions League

Bayern München, Real Madrid, AC Milan, Manchester United - Wir haben die Champions League der Königsklasse des Motorsports ermittelt.
von Jens Rosenbohm

Motorsport-Magazin.com - Für alle die selbst Statistiken führen, ist es immer wieder eine neue Herausforderung, unter bestimmten Aspekten eine Art Rangliste zu erstellen, die es woanders in dieser Form nicht gibt. Wer wann Weltmeister war oder GP´s gewonnen hat, wer ausfiel oder sich nicht qualifizierte, wer die meisten Pole´s oder schnellsten Runden herausgefahren hat, die meisten Motorschäden, der älteste Fahrer usw. kann man in fast jeder normalen Formel-1-Statistik oder den entsprechenden Büchern nachschlagen.

Wir stellten uns die Frage, wer denn wirklich der Champ der Champions ist und wie man das herausfinden könnte. Folgender Schlüssel soll uns das Tor zur Antwort öffnen:

Als Erstes: Die Indy-WM-Läufe bis 1960 werden nicht berücksichtigt. Ebenso die Formel-2-Wertungen in GP´s in welchen ein F2-Rennen separat gewertet wurde, z.B GP Deutschland 1966 und 1967. Streichresultate wie in den Siebzigern und Achtzigern werden ebenfalls nicht berücksichtigt. Von der FIA nicht vergebene Punkte für nicht eingeschriebene Fahrer wie z.B. Bergers 5. und Gartners 6. Platz in Monza 84 werden hier als errungene Punkte gewertet.

Halbierte Punkte für abgebrochene Rennen werden ebenso übernommen wie die früher übliche Vergabe eines Extra-Punktes für die schnellste Rennrunde. Dieser Extrapunkt wird ggf. durch die Anzahl der Fahrer dividiert die sich die schnellste Runde teilten. Haben sich zwei oder mehrere Fahrer ein Fahrzeug während eines Rennens geteilt, werden auch die Punkte wie damals üblich aufgeteilt.

Er war der Erste: Giuseppe Farina. - Foto: Sutton

Wir legen also im Wesentlichen die auch in der Wirklichkeit errungenen WM-Punkte zugrunde. Bei Punktgleichheit entscheiden die besseren Resultate.

Aber wer ist jetzt der Champ der Champions und wie ermitteln wir ihn? Wie oben beschrieben gehen wir die F1-WM-Geschichte von vorn bis hinten durch und führen eine WM-Tabelle nach oben genannten Kriterien. Anders als in der Realität gehen wir aber davon aus, dass nach jedem Rennen ein neuer Weltmeister ermittelt wird. Mit Abschluss der Saison 2003 kommen wir auf 702 GP´s, also auf 702 Weltmeister. Mit Ausnahme der Saison 1950, wo wir nicht auf Resultate des Vorjahres zurückgreifen können, zählen wir nach jedem Rennen so, als wäre die Saison zu Ende, allerdings rechnen wir immer die letzten Ergebnisse nach dem Modus des betreffenden Kalenderjahres. Beispiel: Saison 1995, wir sind beim 8. Lauf. Für die jetzige WM-Wertung werden die acht bisherigen Läufe des Jahres berücksichtigt sowie zusätzlich die letzten neun Rennen der Saison 1994, da die Saison 95 im Kalender 17 Rennen hat. Beim 9. Lauf des Jahres werden die neun Läufe von 1995 sowie die letzten 8 des Vorjahres gewertet usw. Es werden immer so viele Rennen rückwirkend gewertet wie die laufende Saison WM-Läufe hat, nochmals ein Beispiel: Die Saison 2004 hat 18 Läufe, wir sind im Moment beim 5. (Spanien). Gewertet werden also die ersten 5 Läufe 2004 sowie die letzten 13 Rennen des Jahres 2003.

Somit kommen wir also mit Abschluss des Jahres 2003 auf 702 "Weltmeisterschaften", im Moment sind wir bei 707 (Spanien) bzw. 708 (Monaco 2004). Nach diesen Kriterien ist Michael Schumacher in Imola zum 100. Mal Weltmeister geworden. Alain Prost bringt es immerhin auf 95 Mal gefolgt von Lauda, mit 39 x schon weit dahinter sowie Stewart und Fangio mit 37 und Senna mit 36 Führungen. Aus der beigefügten Tabelle ist außerdem der Punktevorsprung zum jeweils zweit- und drittplazierten Fahrer ersichtlich. Größter Vorsprung: Schumacher, + 89 Punkte auf Montoya, das war beim Hockenheim-GP 2002. Der nächstgrösste Vorsprung eines anderen Fahrers: Lauda auf James Hunt, Monte Carlo 1976, + 66,5 Punkte.

Man kann auch sehen dass zwischenzeitlich Fahrer auf dem WM-Thron gestanden hätten die in der Realität nie Weltmeister waren, wie z.B. René Arnoux 1983 und 1984, Jacky Ickx 1971, Bruce McLaren 1960, Peterson 1974 oder auch Didier Pironi 1982. Ihr Pech dass eine WM immer erst am Jahresende vergeben wurde. Von Moss wollen wir gar nicht erst reden.

Am häufigsten Vize?: Senna 52 x, Prost 49, M. Schumacher 46, G. Hill 32...
Dritter Platz?: Piquet 50, Coulthard 40, M. Schumacher 28, Scheckter 27...

Jeder kann jetzt seine eigenen Schlüsse ziehen wer wirklich der Beste ist...


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